AfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Bildungsexpert:innen und Gewerkschaften aus
Cathleen HövelAfD-Pläne in Sachsen-Anhalt lösen Alarm bei Bildungsexpert:innen und Gewerkschaften aus
Mehrere Institutionen in Sachsen-Anhalt warnen vor Regierungsbeteiligung der rechtspopulistischen AfD
In Sachsen-Anhalt wächst die Sorge, dass die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) an die Regierung kommen könnte. Besonders ihre geplanten Bildungs- und Kulturreformen stoßen bei Gewerkschaften, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Gleichstellungsinitiativen in der Region auf scharfe Kritik.
Die AfD in Sachsen-Anhalt hat weitreichende Änderungen angekündigt, falls sie die Macht übernimmt. Dazu gehören die Abschaffung der Schulpflicht, die Auflösung inklusiver Klassen sowie eine Neuausrichtung der Lehrpläne hin zu „Heimatkunde“. Zudem soll die Landeszentrale für politische Bildung abgeschafft und durch ein „Landesinstitut für politische Bildung und kulturelle Identität“ ersetzt werden.
Maik Reichel, der aktuelle Leiter der Landeszentrale, befürchtet, dass deren Arbeit unter der AfD stark ideologisch geprägt würde. Er warnt vor einer „massiven Verengung der Bildungs- und Kulturpolitik“. Sarah Schulze, die amtierende Gleichstellungsbeauftragte des Landes, droht sogar der vollständige Verlust ihres Amtes. Die AfD plant, ihre Position durch eine „Familienbeauftragte“ zu ersetzen, die sich ausschließlich auf die Steigerung der Geburtenraten konzentrieren soll.
Auch die Bildungsgewerkschaften schlagen Alarm. Malte Gerken von der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) prognostiziert einen massiven Lehrkräftemangel, sollten die AfD-Pläne umgesetzt werden. Eva Gerth, Landesvorsitzende der GEW, geht davon aus, dass weniger Forscher:innen in die Region kommen und junge Menschen abwandern würden. Unterdessen betonte Nancy Emmel, stellvertretende Vorsitzende der örtlichen Polizeigewerkschaft, dass Beamt:innen dem Gesetz verpflichtet seien – „nicht Parteien oder Regierungen“.
Die von der AfD vorgeschlagenen Reformen würden das Bildungssystem, die zivilgesellschaftlichen Strukturen und die Gleichstellungspolitik in Sachsen-Anhalt grundlegend verändern. Kritiker:innen warnen, dass die Pläne Fachkräfte vertreiben, die akademische Freiheit einschränken und die kulturelle Ausrichtung der Region nachhaltig prägen würden.






