AfD verdoppelt Stimmenanteil in Hessen – lokale Strategie zeigt Wirkung
Cathleen HövelAfD sieht sich nach Kommunalwahlen im Aufwind - AfD verdoppelt Stimmenanteil in Hessen – lokale Strategie zeigt Wirkung
Die rechtspopulistische Partei Alternative für Deutschland (AfD) hat in den jüngsten Kommunalwahlen in Hessen ihre Unterstützung mehr als verdoppelt. Parteiführer behaupten nun, ihre Strategie der lokalen Verankerung trage Früchte. Gleichzeitig argumentieren sie, dass Versuche, die AfD zu isolieren, zunehmend an Wirkung verlieren.
2021 hatte die AfD bei den Kommunalwahlen in Hessen noch 6,9 Prozent der Stimmen erhalten. In diesem Jahr sprechen die beiden Landesvorsitzenden Robert Lambrou und Andreas Lichert von einem deutlichen Anstieg weit über diesen Wert hinaus. Den Aufstieg führen sie auf die wachsende Präsenz der Partei in kommunalen Gremien zurück.
Die Spitzenkandidaten betonen, dass mehr AfD-Vertreter dafür sorgen würden, die Anliegen ihrer Wähler stärker Gehör zu verschaffen. Zudem deuten sie an, dass Bemühungen, die Partei auszugrenzen oder zu dämonisieren, nicht mehr so wirksam seien wie früher. Lambrou und Lichert sehen die AfD auf dem Weg, sich auf lokaler Ebene als feste politische Kraft zu etablieren.
Kritiker werfen der AfD indes Doppelmoral vor: Einerseits prangere sie bei anderen Parteien Vetternwirtschaft an, andererseits gebe es eigene fragwürdige Praktiken. Konkrete Vorwürfe gegen politische Konkurrenten hat die Partei im aktuellen Wahlkampf jedoch nicht vorgebracht.
Die Zugewinne der AfD in Hessen markieren eine Verschiebung ihres lokalen Einflusses. Mit mehr Sitzen in den Kommunalparlamenten will die Partei ihre Agenda künftig direkter vorantreiben. Die Ergebnisse deuten zudem darauf hin, dass frühere Strategien zur Marginalisierung der AfD zunehmend an Grenzen stoßen könnten.