26 March 2026, 18:18

Antisemitismus-Vorwurf: documenta 15 muss sich erneut vor Gericht verantworten

Plakat für die Ausstellung "Souvenez-vous Crimes Allemands" mit einer zentralen Figur mit menschlichem Gesicht und umgebenem Text.

Antisemitismus-Vorwurf: documenta 15 muss sich erneut vor Gericht verantworten

Ein Rechtsstreit um ein antisemitisches Kunstwerk auf der documenta 15 kehrt vor Gericht zurück. Die Jüdin Bernadette Gottschalk verklagt die Veranstalter auf 1.500 Euro Schadensersatz. Im Mittelpunkt des Falls steht ein acht mal zwölf Meter großes Banner, das im vergangenen Jahr weltweit Empörung auslöste.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Die Kontroverse begann, als das indonesische Künstlerkollektiv Taring Padi das Banner auf der Ausstellung zeigte. Es enthielt einen Schweinekopf mit einem Helm, auf dem "Mossad" stand – ein Motiv, das viele als antisemitisch verurteilten. Nach massiven öffentlichen Protesten wurde das Werk auf der documenta 15 zunächst abgedeckt und später vollständig entfernt.

Taring Padi entschuldigte sich später für die verursachte Kränkung. Die Folgen des Skandals führten zum Rücktritt der documenta-Generaldirektorin Sabine Schormann.

Gottschalk reichte ihre Klage ein und bot an, diese fallen zu lassen, falls die Veranstalter öffentlich Bedauern äußern und 250 Euro an eine jüdische Organisation spenden würden. Die documenta 15 lehnte den Vergleich jedoch ab und bestand stattdessen auf eine gerichtliche Entscheidung. Das Landgericht Kassel wird die Verhandlung am 15. April fortsetzen.

Der Fall wird nun ohne außergerichtliche Einigung weiterverfolgt. Eine richterliche Entscheidung wird klären, ob die documenta 15 Schadensersatz für die Ausstellung des umstrittenen Kunstwerks zahlen muss. Das Urteil könnte Präzedenzfall für ähnliche Streitigkeiten über anstößige Inhalte in öffentlichen Ausstellungen werden.

Quelle