Apothekenreform: vdek warnt vor steigenden GKV-Kosten und schwacher Ausgabenkontrolle
Cathleen HövelApothekenreform: vdek warnt vor steigenden GKV-Kosten und schwacher Ausgabenkontrolle
Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat dem geplanten Apothekenversorgungs-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) eine gespaltene Bewertung ausgestellt. Zwar unterstützt die Organisation zentrale Strukturreformen, warnt jedoch vor steigenden Kosten und unnötigen finanziellen Belastungen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Gleichzeitig lehnt sie Maßnahmen ab, die die Ausgabenkontrolle schwächen oder Apothekengewinne über Patientenbedürfnisse stellen könnten.
Der vdek befürwortet mehrere Aspekte der Reform, darunter das Modell der Selbstverwaltung bei der Apothekenvergütung. Er stimmt der Streichung der geplanten Erhöhung der Festbetragsabgabe pro Packung zu und begrüßt höhere Zuschüsse für Not- und Bereitschaftsdienste von Apotheken. Statt einer zusätzlichen Zuschlaggebühr von 0,20 Euro pro Medikamentenpackung schlägt der Verband vor, die fast 540 Millionen Euro ungenutzte Rücklagen aus dem Pharmazeutischen Dienstleistungsfonds (pDL) für diese Kosten zu verwenden.
Gleichzeitig äußert die Organisation Bedenken hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Risiken. Sie warnt, dass eine erweiterte Substitutionsbefugnis der Apotheker bei kostengünstigen Arzneimitteln die GKV-Ausgaben weiter in die Höhe treiben könnte. Zudem kritisiert der vdek die Abschaffung der rückwirkenden Nullpreis-Anpassungen, da dies Rabattvereinbarungen und Wirtschaftlichkeitsprüfungen erschweren könnte.
Grundsätzlich besteht der vdek darauf, dass neue pDL-Maßnahmen vorrangig dem Patientennutzen dienen müssen – und nicht den Apothekenumsätzen. Er lehnt rechtlich verbindliche Definitionen für bestimmte pDL-Leistungen ab, da diese Qualitätsstandards umgehen und die Selbstverwaltung im Gesundheitswesen untergraben könnten. Die bestehenden Rahmenverträge böten bereits genug Flexibilität, um die Arzneimittelversorgung zu sichern, ohne zusätzliche Substitutionsregeln einzuführen.
Die finanziellen Folgen der Reform bleiben für den vdek ein zentraler Streitpunkt. Zwar unterstützt er eine bessere Finanzierung der Notdienste und eine verhandlungsbasierte Vergütung, betont jedoch, dass erweiterte Apothekenfreiheiten und ein wachsender pDL die Kosten für die GKV weiter steigern werden. Der Verband fordert daher striktere Ausgabenkontrollen und eine stärkere Ausrichtung an patientenorientierten Ergebnissen.






