Apotheker attackiert Günther Jauch wegen Werbung für ausländische Online-Apotheken
Ronald KramerApotheker attackiert Günther Jauch wegen Werbung für ausländische Online-Apotheken
Ein Apothekeninhaber in Bayern hat den TV-Moderator Günther Jauch scharf kritisiert, weil dieser ausländische Online-Apotheken bewirbt. Gernot Pohl, Betreiber der Marien-Apotheke in Saal an der Donau, wirft Jauch vor, mit seinen Empfehlungen die heimischen Apotheken in Deutschland zu schädigen. Seine Äußerungen kommen zu einer Zeit, in der viele Apotheken unter zunehmenden finanziellen und betrieblichen Belastungen leiden.
Pohl warf Jauch vor, die Folgen seiner Unterstützung für im Ausland ansässige Online-Apotheken zu ignorieren. Er stellte infrage, ob der Fernsehmoderator überhaupt verstehe, wie solche Werbung das deutsche Apothekennetz schwäche. Laut Pohl fließen die Umsätze dieser Dienste ins Ausland – statt der deutschen Wirtschaft zugutekommen.
Der Apotheker nannte mehrere Herausforderungen, mit denen lokale Apotheken konfrontiert sind: unfaire Preispolitik, verzögerte Erstattungen durch Krankenkassen, übermäßige Bürokratie und ein Mangel an Fachkräften. Besonders kritisierte er die Praxis, Dauermedikation ins Ausland zu verlagern. Dies demotiviere diejenigen, die komplexe Fälle und Patienten mit Beratungsbedarf betreuen müssten.
Pohl prognostizierte, dass bis 2025 bis zu 500 deutsche Apotheken endgültig schließen könnten, sollte sich der aktuelle Trend fortsetzen. Um seine Kritik zu unterstreichen, lud er Jauch ein, einen Tag in seiner Apotheke zu verbringen, um die täglichen Schwierigkeiten der Mitarbeiter hautnah mitzuerleben. Sein Videobeitrag zum Thema erhielt seitdem breite Unterstützung von Kollegen aus der Branche.
Pohls Aussagen spiegeln eine grundsätzliche Sorge um das Überleben lokaler Apotheken in Deutschland wider. Die zunehmende Nutzung ausländischer Online-Dienste, kombiniert mit finanziellen Engpässen und Personalmangel, gefährdet den Zugang zu persönlicher Beratung und Versorgung. Sein Appell für mehr Bewusstsein kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Branche mit weiteren Schließungen in den kommenden Jahren rechnet.






