23 May 2026, 14:17

Autoren brechen mit Westend Verlag wegen rechtsextremer Verbindungen

Autoren Distanzieren Sich vom Verlag

Autoren brechen mit Westend Verlag wegen rechtsextremer Verbindungen

Eine Gruppe von rund 30 Autorinnen und Autoren hat öffentlich die Zusammenarbeit mit dem Westend Verlag beendet, einem Verlag mit Sitz in Neu-Isenburg bei Frankfurt. In einem offenen Brief kritisierten sie die Entscheidung des Unternehmens, ein Buch zu veröffentlichen, an dem Beitragende mit Verbindungen zur rechtsextremen Szene mitwirken.

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Im Mittelpunkt des Streits steht der kürzlich erschienene Band „Links – Deutsch / Deutsch – Links“, herausgegeben von Julian Reichelt und Pauline Voss. Die Unterzeichner des Briefs – darunter Mitarbeiter der taz und der ehemalige linke Politiker Gregor Gysi – warfen dem Westend Verlag einen ideologischen Kurswechsel vor. Die Veröffentlichung des Buches erweitere das Verlagsprogramm „bis hin zum rechten Rand“, hieß es. Besonders kritisiert wurden Texte von Autoren, die der Partei Alternative für Deutschland (AfD) nahestehen.

Obwohl die Autorinnen und Autoren das Recht des Verlages auf die Auswahl seiner Titel anerkannten, erklärten sie, künftig nicht mehr mit dem Unternehmen zusammenarbeiten zu wollen. In dem Schreiben begründeten sie ihre Entscheidung damit, dass sie sich weigerten, mit solchen ideologischen Positionen eine gemeinsame Plattform zu teilen.

Der Westend Verlag bedauerte daraufhin in einer Stellungnahme den offenen Brief. Man betonte, für einen Dialog weiterhin offen zu sein, und bekräftigte die Rolle des Verlages als Ort kritischer Debatten. Änderungen am aktuellen Programm wurden nicht angekündigt.

Der Konflikt verdeutlicht die tiefe Spaltung zwischen den Autorinnen und Autoren und ihrem ehemaligen Verlag. Die 30 Unterzeichner haben bestätigt, keine weiteren Manuskripte beim Westend Verlag einreichen zu wollen. Der Verlag hingegen hält an seiner Linie fest, auch kontroverse, aber vielfältige Standpunkte zu veröffentlichen.

Quelle