Bauwirtschaft 2026: Stabile Nachfrage trifft auf explodierende Materialkosten
Ronald KramerBauwirtschaft 2026: Stabile Nachfrage trifft auf explodierende Materialkosten
Bauwirtschaft zeigt im ersten Quartal gemischte Entwicklungen
Die Zahlen der Baubranche für die ersten vier Monate des Jahres zeichnen ein uneinheitliches Bild. Die kumulierten Umsätze blieben nahezu auf dem Niveau des Vorjahres, während der April in mehreren Bereichen moderate Zuwächse brachte. Steigende Materialkosten prägen zudem die Aussichten der Branche.
Von Januar bis April zeigte sich der Gesamtumsatz im Baugewerbe im Vergleich zu 2025 kaum verändert. Doch allein im April verzeichneten wichtige Segmente Wachstum: Die Umsätze im Wohnungsbau stiegen um 7,1 %, die Neuaufträge legten sogar um 8,9 % zu. Der Gewerbe- und Industriebau verzeichnete ein Umsatzplus von 6,8 %. Auch der öffentliche Hochbau wuchs – hier stieg der Umsatz im April um 5,3 %.
Besonders dynamisch entwickelte sich der Tiefbau, der in den drei Hauptsegmenten die höchsten Umsatzsteigerungen verzeichnete. Der Nichtwohnungsbau hingegen blieb in der Performance zurück. Insgesamt stiegen die Neuaufträge für die gesamte Branche im Jahresvergleich um 1,8 %.
Die Materialkosten belasten die Branche zunehmend. So kletterten die Preise für Bitumen im Mai 2026 im Vergleich zum Vorjahr um 31,2 %. Ein Hauptgrund für diesen starken Anstieg ist der Konflikt in der Straße von Hormus.
Die Bauwirtschaft steht damit vor einem zwiespältigen Szenario: Einerseits gibt es eine stabile Nachfrage, andererseits steigen die Kosten. Während die April-Umsätze im Wohnungs-, Gewerbe- und öffentlichen Bau positive Signale setzen, bleiben die Gesamtzahlen für das Jahr bislang unverändert. Die höheren Bitumenpreise könnten in den kommenden Monaten die Projektbudgets belasten.
