Berliner Apotheker konfrontiert Grünen-Politikerin mit harter Finanzkritik
Ronald KramerBerliner Apotheker konfrontiert Grünen-Politikerin mit harter Finanzkritik
Ein Berliner Apotheker hat eine Grünen-Politikerin wegen ihrer Haltung zur Finanzierung von Apotheken herausgefordert. Zafer Arslan schrieb eine E-Mail an die gesundheitspolitische Sprecherin Paula Piechotta und hinterfragte ihre Ablehnung von Inflationsanpassungen bei den Vergütungen für Apotheken. Er warf ihr vor, den Berufsstand ungerechtfertigt zu kritisieren, während sie dessen finanzielle Notlage ignoriere.
In seiner E-Mail forderte Arslan Klarheit über Piechottas Position. Er fragte, welche Erfahrungen ihre Haltung prägten und warum sie sich gegen inflationsgebundene Gebührenerhöhungen für Apotheken ausspreche. Gleichzeitig verwies er auf die akzeptierten Gehaltserhöhungen für Ärzte, die 2025 um 3,85 Prozent und 2026 um 2,8 Prozent steigen sollen – was insgesamt rund drei Milliarden Euro ausmache.
Arslan wies zudem auf die jüngsten Diätenerhöhungen für Abgeordnete hin: 6 Prozent im Jahr 2023, 5,4 Prozent 2024 und 4,2 Prozent für 2025. Er argumentierte, dass Apotheken – anders als andere Bereiche – keine automatische Inflationsanpassung erhielten, obwohl sie mit steigenden Kosten zu kämpfen hätten. Viele Betreiber stünden mittlerweile vor dem Existenzkampf, betonte er; die Realität sei weit düsterer, als es die öffentliche Wahrnehmung suggeriere.
Piechotta hatte zuvor argumentiert, dass es schwierig sei, höheren Krankenkassenbeiträgen gegenüber Geringverdienern zu rechtfertigen. Arslan entgegnete, indem er die unverzichtbare Rolle der Apotheken hervorhob: Sie gäben Medikamente ab, böten persönliche Beratung an und sprängen in Notdiensten ein. Er forderte eine sachliche Debatte, frei von pauschaler Kritik am Berufsstand.
Der Austausch unterstreicht die Spannungen bei der Apothekenfinanzierung in Deutschland. Arslans Vorstoß setzt die Politik unter Druck, die finanziellen Belastungen des Sektors anzugehen. Ohne Änderungen, warnt er, könnten weitere Apotheken vor Ort schließen müssen.






