04 May 2026, 20:40

Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt in Deutschland knapp – wann bessert sich die Lage?

Plakat, das zeigt, dass Big Pharma im Jahr 2022 Amerikaner zwei bis drei Mal so viel für dieselben Arzneimittel berechnet hat wie in anderen Ländern, mit Bildern von Arzneimittelflaschen und einer Spritze.

Blutdruckmittel Nitrendipin bleibt in Deutschland knapp – wann bessert sich die Lage?

Engpässe bei Nitrendipin: Blutdruckmittel bleibt in Deutschland knapp

Seit dem letzten Sommer hält in Deutschland die Knappheit an Nitrendipin an, einem weit verbreiteten Kalziumantagonisten. Das Medikament, das durch die Entspannung der Arterien den Blutdruck senkt, ist aufgrund anhaltender Produktionsprobleme weiterhin nur begrenzt verfügbar. Mehrere Hersteller haben nun Zeitpläne vorgelegt, wann die Bestände voraussichtlich wieder normalisiert werden.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat Nitrendipin auf der Liste der gemeldeten Arzneimittelengpässe in Deutschland geführt. Betroffen sind sowohl die 10-Milligramm- als auch die 20-Milligramm-Dosierung, wobei verschiedene Hersteller mit unterschiedlichen Verzögerungen kämpfen. Der Produzent Aristo rechnet damit, dass seine 20-Milligramm-Variante mindestens bis Ende 2023 nicht lieferbar sein wird.

Ratiopharm und Aliud Pharma planen, die Lieferung der 20-Milligramm-Tabletten bis Ende März wiederaufzunehmen. AbZ erwartet, die Auslieferung bis Ende Mai fortsetzen zu können. Auch die 10-Milligramm-Formulierung ist knapp, doch einige Hersteller gehen davon aus, dass die Versorgung bis Ende März bzw. Mitte April wiederhergestellt wird.

Kalziumantagonisten wie Nitrendipin wirken, indem sie den Kalziumeinstrom in die Zellen blockieren, wodurch die Blutgefäße erweitert bleiben und die Erregungsleitung des Herzens verlangsamt wird. Diese Medikamente lassen sich in drei Hauptgruppen einteilen: Nifedipin-Typ, Verapamil-Typ und Diltiazem-Typ. Sie sind jedoch nicht für Patienten mit Herzinsuffizienz oder solche geeignet, die sich von einem kürzlichen Herzinfarkt erholen. Auch bei Menschen mit eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion ist Vorsicht geboten.

Die Versorgungsprobleme beschränken sich nicht auf Nitrendipin, sondern betreffen auch andere ältere Medikamente. Die Engpässe verdeutlichen die größeren Herausforderungen bei der Aufrechterhaltung einer stabilen Produktion essenzieller Arzneimittel.

Aufgrund der anhaltenden Knappheit müssen Patienten möglicherweise vorübergehend auf alternative Behandlungen ausweichen. Nitrendipin wird in der Regel nach den Mahlzeiten eingenommen – im Gegensatz zu ähnlichen Wirkstoffen wie Lercanidipin (vor dem Essen) oder Amlodipin (unabhängig von der Nahrungsaufnahme). Ärzte und Apotheker werden die Verschreibungen anpassen müssen, bis sich die Lage in den kommenden Monaten stabilisiert.

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