Bundesnetzagentur schafft Netzentgelt-Zahlungen für dezentrale Kraftwerke bis 2029 ab
Sigmund FreudenbergerBundesnetzagentur schafft Netzentgelt-Zahlungen für dezentrale Kraftwerke bis 2029 ab
Die deutsche Bundesnetzagentur hat Pläne bekannt gegeben, die Zahlungen für vermiedene Netzentgelte an Betreiber dezentraler Kraftwerke schrittweise abzuschaffen. Die Maßnahme sieht eine schrittweise Reduzierung ab 2026 vor, bis die Zahlungen 2029 vollständig entfallen. Branchenverbände und Verbraucherschützer sind uneins über die finanziellen Auswirkungen auf Betreiber und Haushalte.
Von der Abschaffung betroffen sind nicht-fluktuierende Erzeugungsanlagen, die vor dem 1. Januar 2023 in Betrieb genommen wurden. Betreiber dieser Anlagen erhalten derzeit eine Vergütung für Netzentgelte, die sie vermeiden, indem sie Strom direkt ins Netz einspeisen. Nach dem neuen Plan werden die Zahlungen ab 2026 jährlich um 25 Prozent sinken, bis sie 2029 komplett entfallen.
Fluktuierende Energiequellen wie Wind- und Solarstrom hatten bereits früher ähnliche Vergütungen verloren, wobei die Abschaffung hier bis 2020 abgeschlossen wurde. Seitdem schwanken die Marktpreise für Solarstrom stark – von 2,458 Ct/kWh im Jahr 2020 auf Spitzenwerte von 7,552 Ct/kWh und 22,306 Ct/kWh, bevor sie sich 2024–2025 bei etwa 4,5–4,6 Ct/kWh einpendelten.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) kritisiert die Entscheidung als ungerecht gegenüber Betreibern, die unter den bisherigen Regelungen investiert hätten. Verbraucherorganisationen wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) begrüßen hingegen die Änderung und schätzen die jährlichen Einsparungen für Haushalte und Unternehmen nach vollständiger Umsetzung auf rund 1,5 Milliarden Euro.
Der Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger (BDZV) drängt auf einen beschleunigten Zeitplan und fordert die Regulierungsbehörden auf, die Abschaffung bereits bis 2026 statt 2029 abzuschließen. Beim anstehenden Battery Business & Development Forum in Frankfurt am 16. Juli wird zudem diskutiert, wie Entwickler mit der Unsicherheit über künftige Netzentgeltregelungen umgehen.
Mit dem Fortschreiten der Abschaffung werden dezentrale Anlagenbetreiber zunehmend höhere finanzielle Belastungen tragen. Haushalte und Unternehmen hingegen profitieren langfristig von sinkenden Kosten, sobald die Regelung vollständig greift. Die Debatte darüber, ob der Übergang die richtige Balance zwischen Branchenstabilität und Verbraucherentlastung findet, hält indes an.






