Bundespolizei droht Ausfall der Körperkameras – Hersteller zieht sich zurück
Cathleen HövelBundespolizei droht Ausfall der Körperkameras – Hersteller zieht sich zurück
Die deutsche Bundespolizei könnte bald mit einem Mangel an funktionierenden Körperkameras konfrontiert sein. Der aktuelle Hersteller plant, seine Unterstützung einzustellen, was die Behörde ohne ein zuverlässiges System zurücklassen würde. Nun suchen die Verantwortlichen fieberhaft nach einer Lösung, bevor sich das Problem 2023 weiter zuspitzt.
Ausgelöst wurde die Krise durch das Scheitern einer Ausschreibung über 2.500 neue Körperkameras im Wert von fünf Millionen Euro – mit einer Option auf weitere 1.500 Geräte. Lieferanten zogen sich zurück, nachdem nachträglich zusätzliche Anforderungen wie austauschbare Akkus in den Vertrag aufgenommen wurden. Einige Modelle sollten zudem mit den Tasern der Bundespolizei kompatibel sein.
Da der bisherige Hersteller seine Unterstützung einstellen will, verhandeln die Behörden nun über eine Verlängerung des bestehenden Vertrags. Dies würde zwar Millionen kosten, könnte aber eine akute Krise abwenden. Andreas Roßkopf, Vorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP), hat das Bundesinnenministerium aufgefordert, schnell zu handeln.
Körperkameras haben sich bereits als wertvolles Instrument erwiesen, um Konflikte zu entschärfen und Beweise zu sichern. Ihr Fehlen in Bahnhöfen und anderen neuralgischen Punkten könnte Polizisten eine entscheidende Hilfestellung nehmen. Das Ministerium muss nun entscheiden, ob es den alten Vertrag verlängert oder das Vergabeverfahren neu aufsetzt.
