29 June 2026, 18:38

CDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als "einseitig und realitätsfremd"

CDU-Vize Krings kritisiert Kommission zur Prostitutionsreform

CDU-Politiker Krings attackiert Prostituiertenschutz-Kommission als "einseitig und realitätsfremd"

Günter Krings, stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, hat scharfe Kritik an einer Regierungs-Kommission geübt, die mit der Überprüfung des deutschen Prostituiertenschutzgesetzes beauftragt ist. Der Politiker wirft dem Gremium Einseitigkeit vor und behauptet, es stütze sich auf fehlerhafte Studien, um seine Empfehlungen zu begründen.

Die Kommission war auf Initiative von Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) eingerichtet worden. Krings, der zugleich als frauenpolitischer Sprecher der Union fungiert, moniert, die Vorsitzende vertrete fragwürdige Erkenntnisse und versuche nun, diese nachträglich zu legitimieren.

Besonders kritisch sieht er einen kriminologischen Institutsbericht, auf den sich die Kommission berufen habe. Derselbe Institutsleiter führe auch das Gremium an – was Fragen nach der Neutralität aufwerfe. Laut dem Bericht verfügen 25 Prozent der gemeldeten Sexarbeiter:innen über einen Hochschulabschluss, 80 Prozent seien krankenversichert. Krings hält diese Zahlen für „realitätsfremd“.

Zudem werfe die Arbeit der Kommission ein verzerrtes Bild der Branche auf, so der Politiker. Offizielle Daten zeigten, dass lediglich 50 Sexarbeiter:innen in Deutschland Sozialabgaben zahlten. Krings zufolge konzentriere sich die Studie auf eine kleine, privilegierte Minderheit – tatsächlich seien nicht mehr als zehn Prozent der Sexarbeiter:innen offiziell registriert.

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Von Anfang an hatte die Unionsfraktion die Zusammensetzung der Kommission kritisiert. Krings betonte, er habe in der Regierungszeit seiner Partei „noch nie ein so einseitig besetztes Gremium“ erlebt. Im Kern geht es um die Glaubwürdigkeit der Kommission und die Belastbarkeit ihrer Ergebnisse. Krings wirft dem Gremium vor, die tatsächlichen Dimensionen und Strukturen der Sexarbeit zu verzerren. Seine Kritik spiegelt grundsätzliche Bedenken gegen den Reformprozess wider.

Quelle