13 April 2026, 12:20

Collien Fernandes bricht ihr Schweigen über digitale Gewalt gegen Frauen

Ein Mann im Anzug spricht in ein Mikrofon, wahrscheinlich zur Genehmigung eines Gesetzes zur Verbot des Internetgebrauchs durch die Regierung.

Collien Fernandes bricht ihr Schweigen über digitale Gewalt gegen Frauen

Schauspielerin Collien Fernandes hat sich zur wachsenden Bedrohung durch digitale Gewalt gegen Frauen geäußert. In einem aktuellen Interview mit dem Spiegel schilderte Fernandes, wie Unbekannte gefälschte Konten unter ihrem Namen erstellt und diese mit gestohlenen Fotos, Videos und erfundenen erotischen Geschichten gefüllt hätten. Sie betonte, dass solche Angriffe keineswegs nur Prominente beträfen – viele Frauen würden ähnliches erleben, schweigen aber aus Angst oder Scham.

Die Reaktion auf ihre Schilderungen war sofort und überwältigend. Zehntausende meldeten sich, teilten eigene Erfahrungen und forderten entschlossenere Maßnahmen. Fernandes kritisierte, dass Deutschland derzeit keine ausreichenden Gesetze habe, um digitale Gewalt wirksam zu bekämpfen – die Opfer stünden oft hilflos da.

Sie benannte konkrete Schwachstellen im System: zu kurze Meldefristen, unsensible Ermittlungen und unklare rechtliche Rahmenbedingungen. Als Lösungsansätze forderte sie längere Fristen für Anzeigen, spezielle Schulungen für Polizei und Richter, Präventionsprogramme an Schulen sowie härtere Strafen für Täter. Als Vorbild nannte sie Spanien, wo spezielle Einheiten gegen digitale Gewalt eingerichtet wurden.

In einer Diskussion zum Thema wies die Journalistin Caren Miosga darauf hin, dass es sich bei digitaler Gewalt um ein systemisches Problem handle – unklar sei oft, wer überhaupt in der Verantwortung stehe: die Plattformen, die Strafverfolgungsbehörden oder die Gerichte. Justizministerin Stefanie Hubig pflichtete dem bei und räumte ein, dass Reformen und effizientere Verfahren nötig seien, um Betroffene besser zu schützen.

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Fernandes warnte zudem vor den weiteren Folgen ungebremster digitaler Übergriffe. Deepfakes, nicht einvernehmliche Pornografie und Fake-Profile würden zunehmend eingesetzt, um Frauen einzuschüchtern und zum Schweigen zu bringen. Ohne sichtbare Solidarität und öffentliche Aufmerksamkeit, so ihre Überzeugung, werde sich das Problem weiter verschärfen.

Die Debatte setzt die deutschen Behörden unter Handlungsdruck. Der Fall Fernandes hat die Notwendigkeit klarer Gesetze, besserer Schulungen und stärkerer Unterstützungssysteme ins Rampenlicht gerückt. Unterdessen kämpfen Betroffene weiterhin mit den Hürden des aktuellen Systems, wenn sie Missbrauch melden oder Gerechtigkeit suchen.

Quelle