13 March 2026, 22:20

Deutschlands Flughäfen verlieren im europäischen Vergleich an Boden

Ein Airbus A320-200 der Austrian Airlines, der von Frankfurt Airport abhebt, umgeben von grünem Gras, blühenden Pflanzen, Bäumen, Laternenmasten und einem Gebäude im Hintergrund unter einem bewölkten Himmel.

Deutschlands Flughäfen verlieren im europäischen Vergleich an Boden

Deutschlands Luftfahrtsektor kämpft im Vergleich zu anderen europäischen Ländern mit der Erholung

Während der Flugverkehr auf dem gesamten Kontinent die Vorkrisenniveaus bereits übertroffen hat, bieten deutsche Flughäfen noch immer weniger Verbindungen als 2019. Branchenvertreter warnen nun, dass hohe Kosten und strenge Vorschriften das Land im Wettbewerb mit seinen Nachbarn zurückwerfen.

Seit 2019 ist mehr als ein Drittel der Inlandsstrecken in Deutschland verschwunden. Punkt-zu-Punkt-Airlines, die Direktverbindungen anbieten, haben ihre Dienste hierzulande kaum ausgebaut – anders als in anderen Teilen Europas. Dieser Mangel an Wachstum steht in krassem Gegensatz zum allgemeinen Trend, wo anderswo neue Strecken und Ziele boomen.

Der Flughafenverband ADV macht übermäßige staatliche Abgaben für die sinkende Attraktivität Deutschlands als Standort für Airlines verantwortlich. Die finanziellen Belastungen schreckten Investitionen ab und schwächten die Rolle des Landes als wichtiger Luftverkehrsknotenpunkt, so die Argumentation. Kaweh Mansoori, hessischer Verkehrsminister und ADV-Vorsitzender, wies kürzlich auf die Gefahr hin, dass Deutschland weiter zurückfalle, sollten keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden.

Der ADV setzt sich zudem für eine stärkere Nutzung von nachhaltigen Flugkraftstoffen (SAF) ein, um die Emissionen zu senken. Doch die Produktion bleibt begrenzt, und die Kosten liegen deutlich über denen von herkömmlichem Kerosin. Der Verband fordert verlässliche Investitionsanreize, marktbasierte Lösungen zur Skalierung sowie praktische Instrumente, um den Einsatz von SAF zu beschleunigen. Gleichzeitig lehnt er zusätzliche nationale Vorschriften über die bestehenden EU-Standards hinaus ab – mit der Begründung, dass weitere Regulierungen den Wettbewerbsnachteil Deutschlands nur verschärfen würden.

Als Reaktion drängt der ADV die Bundesregierung und die EU dazu, die aktuellen Kostenstrukturen zu überprüfen. Gefordert wird ein investitionsfreundlicherer Rahmen, um die Branche bei der Erholung und Modernisierung zu unterstützen.

Ohne Kurskorrektur droht die deutsche Luftfahrt weiter hinter anderen europäischen Ländern zurückzubleiben. Der Verlust an Inlandsverbindungen und das begrenzte Wachstum bei Direktflügen unterstreichen die Herausforderungen. Die Forderungen des ADV nach politischen Weichenstellungen und Förderung von SAF zielen darauf ab, die Entwicklung umzukehren – doch der Erfolg hängt von politischen und finanziellen Anpassungen ab.

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