DGB fordert Pflicht-Rente für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
Cathleen HövelDGB fordert Pflicht-Rente für alle Tarifbeschäftigten – Arbeitgeber sollen zahlen
DGB drängt auf verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) setzt sich für eine verpflichtende betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ein, die unter Tarifverträge fallen. DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi argumentiert, dass Arbeitgeber sich an den Kosten beteiligen sollten, statt die gesamte finanzielle Last allein zu tragen. Sie rechnet zwar mit Widerstand, betont aber, dass der Vorschlag im Vergleich zu höheren Rentenbeiträgen in anderen europäischen Ländern fair sei.
Aktuell haben rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland keine betriebliche Altersvorsorge. Die meisten von ihnen arbeiten in Unternehmen ohne Tarifbindung. Fahimis Plan zielt darauf ab, dies zu ändern, indem er die betriebliche Altersvorsorge für alle Tarifbeschäftigten zur Pflicht macht.
Der DGB ist bereit, die Einführung solcher Rentenmodelle über Tarifverhandlungen auszuhandeln. Für Unternehmen ohne Gewerkschaftsvertretung könnte der Plan vorsehen, dass Beschäftigte unter erleichterten Bedingungen bestehenden betrieblichen Vorsorgesystemen beitreten können. Fahimi betont, dass Arbeitgeber zumindest einen Teil der Kosten übernehmen sollten, anstatt die gesamte Last den Arbeitnehmern aufzubürden.
Sie verweist auf andere europäische Länder, in denen die Pflichtbeiträge zur Altersvorsorge oft 20 Prozent oder mehr betragen. In vielen Fällen zahlen Arbeitgeber dort einen größeren Anteil als in Deutschland. Fahimi hält den DGB-Vorschlag daher für angemessen – trotz zu erwartender Kritik wegen wirtschaftlicher Bedenken.
Konkrete Details des Pflichtmodells sollen bis Ende des Monats vorgestellt werden. Würde der Plan umgesetzt, erhielten Millionen Beschäftigte ohne bisherige Absicherung Zugang zur betrieblichen Altersvorsorge. Arbeitgeber müssten sich stärker an den Kosten beteiligen, was Deutschland enger an die Rentensysteme anderer europäischer Staaten angleichen würde. Nun stehen weitere Verhandlungen an – und möglicherweise Widerstand aus der Wirtschaft.






