18 June 2026, 14:14

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock rettet sein historisches Theater

Es gibt immer noch den bescheidenen Modernismus im Osten und Westen

Düsseldorf stoppt Milliarden-Opernhaus – Rostock rettet sein historisches Theater

Düsseldorf hat die Pläne für ein neues, vom Architekturbüro Snøhetta entworfenes Opernhaus im Wert von einer Milliarde Euro aufgegeben. Aufgrund explodierender Kosten wurde das Projekt gestoppt, sodass die Stadt nun nach Alternativen suchen muss. Unterdessen hat Rostock sein historisches Volkstheater vor dem Abriss bewahrt, nachdem die Denkmalschutzbehörden die Abrisspläne blockiert hatten.

Ursprünglich wollte Düsseldorf sein Nachkriegs-Opernhaus durch einen modernen Entwurf von Snøhetta ersetzen. Doch die geschätzten Kosten stiegen auf 1,8 Milliarden Euro an, was die Stadt zum Stopp des Vorhabens zwang. Das für den Neubau vorgesehene Gelände am Wehrhahn wurde für 137 Millionen Euro wieder in kommunalen Besitz überführt. Oberbürgermeister Stephan Keller plant nun stattdessen eine Sanierung des bestehenden Opernhauses am Hofgarten. Eine weitere Option wäre das Bonatz-Opernhaus, dessen Modernisierung zwischen 400 und 500 Millionen Euro kosten könnte. Durch Landschaftsarchitektur ließe es sich optisch mit nahegelegenen Kulturstätten wie der Kunsthalle und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen verbinden. Als kostengünstigere Alternative hat sich zudem der Entwurf „Blau-Grüner Ring“ des Büros raumwerk in die Diskussion gebracht.

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In Rostock wurde das 1943 erbaute Volkstheater vom Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin unter Schutz gestellt. Damit vereitelte die Behörde die Pläne der von der CDU geführten Stadtregierung, das Gebäude für Neubauten abzureißen. Ein neues Theater, entworfen vom Berliner Büro Hascher Jehle, entsteht bereits in Rostock – die geschätzten Kosten liegen bei 208 Millionen Euro.

Düsseldorf wird das Snøhetta-Opernhaus nicht realisieren, sondern setzt stattdessen auf die Aufwertung der bestehenden Einrichtungen. Rostocks Volkstheater bleibt erhalten, während ein neues Theater gebaut wird. Beide Städte setzen nun auf kostengünstigere Lösungen für ihre kulturelle Infrastruktur.

Quelle