Energiekrise trifft ländliche Regionen besonders hart – DLT-Präsident warnt vor sozialer Spaltung
Philip BinnerEnergiekrise trifft ländliche Regionen besonders hart – DLT-Präsident warnt vor sozialer Spaltung
Die steigenden Energiekosten treffen ländliche Regionen härter als die Städte, warnt Achim Brötel, Präsident des Deutschen Landkreistags (DLT). Längere Arbeitswege und höhere Spritpreise brächten viele Haushalte an den Rand ihrer Belastbarkeit, so der Verbandschef. Ohne schnelle Gegenmaßnahmen drohe die Lage in den kommenden Monaten noch prekärer zu werden.
Brötel betonte, dass angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen kaum mit sinkenden Energiepreisen zu rechnen sei. Die anhaltende Belastung treffe vor allem die Landbevölkerung, die bereits jetzt höhere Fahrtkosten zu tragen habe. Zusätzliche finanzielle Hilfen seien für viele außerhalb der Ballungsräume „überlebenswichtig“, so Brötel.
Für ihn stehe weniger die konkrete Ausgestaltung der Entlastung – ob als Spritpreis-Rabatt oder erhöhte Pendlerpauschale – im Vordergrund, sondern dass die Unterstützung tatsächlich bei den Betroffenen ankomme. Sein zentrales Anliegen sei es, die Lebensbedingungen im ganzen Land auszugleichen, indem die Kluft bei den Energiekosten geschlossen werde. Die Politik müsse jetzt handeln, forderte er, mit Maßnahmen, die über den Sommer hinaus bis möglicherweise ins nächste Jahr reichen.
Gleichwertige Lebensverhältnisse, erklärte Brötel, setzten voraus, dass diese regionalen Ungleichheiten ausgeglichen würden. Ohne gezielte Eingriffe werde sich die Schere zwischen Stadt und Land weiter öffnen – mit gravierenden Folgen für den sozialen Zusammenhalt.
Seine Warnungen unterstreichen den dringenden Bedarf an zielgenauer Unterstützung für das ländliche Deutschland. Hohe Sprit- und Energiekosten seien nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern bedrohten die Existenzgrundlage vieler Menschen. Der Appell zu langfristiger Planung deutet darauf hin, dass die Krise weit über die aktuelle Saison hinausreichen könnte.






