24 May 2026, 00:29

Erlangen streicht "sexistische" Partyschlager vom Bergkirchweih-Programm

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Erlangen streicht "sexistische" Partyschlager vom Bergkirchweih-Programm

Die Stadtverwaltung Erlangen hat klassische Partyschlager in eine Liste „sexistischer“ Lieder aufgenommen, die beim diesjährigen Bergkirchweih-Volksfest vermieden werden sollen. Der Schritt folgt Beschwerden über aggressives Verhalten und Unbehagen, das mit bestimmten Songs in Verbindung gebracht wird. Fast eine Million Besucher werden erwartet – die Veranstalter werben für ein „diskriminierungsfreies“ Fest.

Auslöser war eine im vergangenen Jahr eingereichte Beschwerde über aufdringliche Männer und unangenehme Stimmungen, die durch die gespielte Musik ausgelöst worden seien. Zwar kann die Stadt die Lieder nicht verbieten, doch viele Wirte sind auf kommunale Unterstützung angewiesen und stehen nun vor einem Dilemma.

Bereits 2021 hatte der Stadtrat – mit Zustimmung von CSU, Linken und SPD – beschlossen, Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ auf dem Bergkirchweih zu ächten. Nun reagieren Gastwirte skeptisch auf den neuen Index „frauenfeindlicher“ Werke.

Auch Künstler haben sich zu Wort gemeldet. Peter Wackel, dessen Hit Joana die umstrittene Zeile Du geile Sau enthält, behauptet, viele Künstler hätten mittlerweile „null Bock“, in Deutschland aufzutreten – wegen solcher Einschränkungen. Jürgen Thurnau, Sänger der Spider Murphy Gang, verglich die Situation gar mit der Zensur in der DDR.

Die Stadtverwaltung ruft die Wirte dazu auf, die gelisteten Titel nicht zu spielen. Bei fast einer Million erwarteter Gäste soll das Fest Tradition mit dem Wunsch nach einem inklusiveren Klima verbinden. Die Debatte über künstlerische Freiheit und Regulierung bei öffentlichen Veranstaltungen dürfte damit weitergehen.

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