29 June 2026, 18:38

Erstes Schwarmkraftwerk am Rhein liefert Strom aus Fließgewässern ohne Umweltbelastung

Energyminer's River Turbines Are Real. The Cheap Baseload Claim Needs Operating Data.

Erstes Schwarmkraftwerk am Rhein liefert Strom aus Fließgewässern ohne Umweltbelastung

Erstes großflächiges Schwarmkraftwerk seiner Art wird am Rhein installiert

Am Rhein entsteht das erste großangelegte Schwarmkraftwerk dieser Bauart. Das Unternehmen Energyminer setzt in St. Goar 124 Energyfish-Einheiten ein – ein bedeutender Schritt für schwimmende hydrokinetische Turbinen. Jede Einheit ist darauf ausgelegt, Strom aus Fließgewässern zu erzeugen, und zwar mit minimalen Auswirkungen auf die Umwelt.

Ein Energyfish-Modul misst etwa 2,8 Meter in der Länge, 2,4 Meter in der Breite und 1,4 Meter in der Höhe bei einem Gewicht von rund 80 Kilogramm. Die maximale Leistung beträgt 6 Kilowatt, wobei eine Einheit jährlich etwa 15 Megawattstunden erzeugen soll. Ein Schwarm von 100 Einheiten könnte rund 1,5 Gigawattstunden pro Jahr liefern – genug, um etwa 470 Haushalte zu versorgen.

Das System wird im Fluss verankert und leitet den erzeugten Strom über ein Kabel ans Ufer. Laut Energyminer gestaltet sich die Installation schnell: Nach Genehmigung könnten zehn Einheiten in etwa drei Tagen einsatzbereit sein. Auf Beton, Staudämme oder schwere Baumaßnahmen kann verzichtet werden.

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Die Technologie soll rund um die Uhr, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit Grundlaststrom liefern. Zudem ist sie so konzipiert, dass sie Hochwasser standhält und Fische nicht gefährdet. Die gestrichenen Stromgestehungskosten liegen bei etwa 0,08 Euro pro Kilowattstunde, bei einer durchschnittlichen jährlichen Rendite von mindestens 8 Prozent über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren.

Für netzgebundene europäische Gemeinden konkurriert Energyfish mit Solar-, Windenergie, Batteriespeichern, Lastflexibilität, Netzausbau und herkömmlichen Wasserkraftmodernisierungen. Allerdings sind Strömungskraftwerke – obwohl stundenweise zuverlässiger als Solaranlagen – kein vollständiger Ersatz für steuerbare Erzeugung oder Netzplanung. Ein 124-Einheiten-Schwarm am Rhein würde im Schnitt nur wenige hundert Kilowatt erzeugen, nicht jedoch Dutzende Megawatt, und zählt damit zur dezentralen Energieerzeugung.

Die Anlage in St. Goar zeigt das Potenzial kleiner, schwimmender hydrokinetischer Turbinen für lokale Energiebedürfnisse. Dank geringer Installationskosten und schneller Inbetriebnahme bietet die Technologie eine Alternative für Gemeinden, die nach zuverlässiger, umweltfreundlicher Stromversorgung suchen. Die Leistung bleibt zwar im Vergleich zu größeren Energiequellen bescheiden, doch die Anlage liefert kontinuierlich Strom – und das ohne aufwendige Infrastruktur.

Quelle