17 June 2026, 19:44

Europas Industrie warnt vor Wettbewerbsnachteilen durch teuren Emissionshandel

Energieintensive Unternehmen fordern Reduzierung des EU-Handels mit CO2

Europas Industrie warnt vor Wettbewerbsnachteilen durch teuren Emissionshandel

Mehr als drei Dutzend große europäische Industrieunternehmen haben in einem Brief an die EU-Spitze dringende Reformen des Emissionshandels gefordert. Zu den Unterzeichnern gehören Konzerne wie ArcelorMittal, BP und BASF, die warnen, dass die steigenden Kosten die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie gefährden. Sie argumentieren, das System trage den globalen Realitäten nicht mehr Rechnung, da Europa strenge CO₂-Preise durchsetze, während andere Regionen darauf verzichteten.

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Der an den EU-Ratspräsidenten António Costa und den zyprischen Präsidenten Nikos Christodoulides gerichtete Brief warnt vor explodierenden Kosten durch die aktuellen Regelungen. Bisher wurden Teile der Verschmutzungsrechte kostenlos zugeteilt, doch das EU-Klimapaket „Fit for 55“ hat diese Zuteilungen weitgehend abgeschafft. Unternehmen müssen nun den Großteil der Zertifikate auf dem Markt erwerben – und die Preise steigen, wenn die Emissionen langsamer sinken als die verfügbaren Kontingente.

Die Unterzeichner kritisieren zudem, dass Europa über unzureichende Infrastrukturen für die industrielle Transformation verfüge. Sie verweisen auf fehlende Netze für Strom, Wasserstoff sowie für den Transport und die Speicherung von CO₂. Um Wettbewerbsnachteile auszugleichen, führte die EU den CO₂-Grenzausgleichsmechanismus (CBAM) ein, eine Abgabe auf kohlenstoffintensive Importe, mit Ausnahmen für Länder mit eigenem Emissionshandel.

Die Einnahmen aus dem Emissionshandel fließen größtenteils in Klimamaßnahmen wie den Ausbau von Wasserstoffnetzen. Doch die Unternehmen betonen, dass ohne sofortiges Handeln weitere Schäden für den europäischen Industriestandort unvermeidbar seien. Der Brief fordert schnelle Schritte zur Kostensenkung und zum Schutz der Industrie. Das aktuelle System riskiere, die wirtschaftliche Position Europas zu untergraben, während andere Regionen auf vergleichbare CO₂-Bepreisung verzichteten. Die Firmen verlangen eine Überprüfung der Politik, um sie an die globalen Rahmenbedingungen anzupassen.

Quelle