Falsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum ein Video für Verwirrung sorgt
Philip BinnerFalsche Zahlen beim Dresdner CSD: Warum ein Video für Verwirrung sorgt
Ein online geteiltes Video hat eine Debatte über die Teilnehmerzahlen beim Dresdner Christopher Street Day (CSD) ausgelöst. Einige Nutzer in sozialen Medien behaupteten, die Veranstaltung habe 250.000 Besucher angezogen, doch die Aufnahmen zeigen lediglich eine kleine Gruppe mit einem einzigen Wagen. Weder die Stadt noch lokale Medien bestätigen die hohe Zahl.
Das betreffende Video entstand am Abend des 5. Juni. Es zeigt einen einzelnen Paradewagen mit wenigen Personen, die den Altmarkt betreten. Dabei handelte es sich nicht um die Hauptveranstaltung des CSD, die erst am folgenden Tag stattfand.
Die Hauptparade am Samstag, dem 6. Juni, umfasste deutlich mehr Wagen und Teilnehmer. Lokale Medien wie MDR und die Sächsische Zeitung sprachen von „tausenden Besuchern“ – gestützt auf Schätzungen der Polizei und der Veranstalter. Die Stadtverwaltung bestätigte, keine Angabe von 250.000 Teilnehmern gemacht zu haben.
Seit 1994 haben insgesamt etwa 260.000 Menschen an CSD-Demonstrationen in Dresden teilgenommen. Das begleitende Straßenfest zog seit 2004 rund 310.000 Besucher an. Die kleineren Kundgebungen am 4. und 5. Juni waren kurzfristig nach einer rechtlichen Auseinandersetzung organisiert worden und standen nicht im Mittelpunkt.
Das Video gibt nicht das Ausmaß der Hauptparade wider. Offizielle Berichte und Medienberichterstattung nennen Teilnehmerzahlen in den Tausenden, nicht in den Hunderttausenden. Weder die Stadt noch die Polizei haben die im Netz kursierende höhere Zahl bestätigt.






