11 April 2026, 08:20

FC St. Pauli: U19-Trainer Christian Dobrick outet sich mit 29 als schwul

Eine Frau in einem weißen Hemd steht entschlossen vor einer Wand und hält ein Schild hoch, auf dem "LGBTQ+ Lives Matter" in fetter schwarzer Schrift steht.

FC St. Pauli: U19-Trainer Christian Dobrick outet sich mit 29 als schwul

Christian Dobrick, U19-Trainer beim FC St. Pauli, kommt mit 29 als schwul heraus

Christian Dobrick, 29-jähriger U19-Trainer beim FC St. Pauli, hat sich kürzlich als schwul geoutet. Seine Offenbarung wirft ein Schlaglicht auf ein hartnäckiges Problem im Männerprofifußball: Bisher hat sich noch kein aktiver Spieler in den ersten drei deutschen Ligen öffentlich zu seiner Homosexualität bekannt. Trotz Fortschritten in anderen Bereichen bleibt das Thema in dieser Sportart weitgehend tabu.

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Dobricks Entscheidung, offen über seine sexuelle Orientierung zu sprechen, lenkt die Aufmerksamkeit auf die Herausforderungen, mit denen schwule Männer im Fußball konfrontiert sind. Er kritisierte die Kultur in den Männerprofiligen und forderte mehr Akzeptanz und Unterstützung. Seine Äußerungen fallen in eine Zeit, in der auch Fangruppen für ein inklusiveres Umfeld kämpfen.

Der ehemalige Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat sich in die Debatte eingeschaltet. Er betonte, der FC Bayern würde einen Trainer, der sich als schwul outet, voll und ganz unterstützen – für ihn sei dies kein Problem. Hoeneß sprach sich zudem für mehr Offenheit im Umgang mit Homosexualität im Fußball aus und argumentierte, der Sport solle gesellschaftliche Entwicklungen widerspiegeln.

Der Kontrast zum Frauenfußball könnte größer nicht sein. Dort wird die sexuelle Orientierung von Spielerinnen selten als kontrovers wahrgenommen, und Offenheit ist deutlich weiter verbreitet. In den Männerligen hingegen herrscht nach wie vor Schweigen – Dobricks öffentliches Coming-out bleibt eine seltene Ausnahme.

Sein Schritt markiert einen kleinen, aber bedeutenden Fortschritt im deutschen Fußball. Seine Kritik an der Behandlung schwuler Männer im Sport hat die Forderungen nach Veränderung neu entfacht. Doch das Thema bleibt eines, das im Männerprofifußball nur wenige offen ansprechen.

Quelle