25 June 2026, 00:18

FDP-Streit eskaliert nach rechtsextremen Medienkontakt des Generalsekretärs

Ex-FDP-Justizminister nennt JF 'No-go-Zone'

FDP-Streit eskaliert nach rechtsextremen Medienkontakt des Generalsekretärs

In der FDP ist ein Streit entbrannt, nachdem ihr Generalsekretär ein Interview mit einem rechtsextremen Medium gegeben hat. Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, ehemalige Bundesjustizministerin, kritisierte Martin Hagen öffentlich für sein Gespräch mit der Jungen Freiheit und warnte, dies berge die Gefahr, extremistische Positionen zu normalisieren.

Leutheusser-Schnarrenberger, eine prägende Figur des linksliberalen FDP-Flügels, betonte, dass der Austausch mit der Jungen Freiheit der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) Legitimität verleihen könnte. Sie schloss jede Zusammenarbeit mit der AfD kategorisch aus und bezeichnete die Partei als von ethnonationalistischen und westfeindlichen Ideologen geführt – ein Bündnispartner für die FDP komme daher nicht infrage.

Die Kontroverse veranlasste auch Sabine Döring, eine Podiumsdiskussion der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung abzusagen. Sie begründete dies mit Vorbehalten gegen die gewählte Debattenplattform. Hagen verteidigte sein Vorgehen und bestritt, dass die Junge Freiheit unseriös oder verfassungsfeindlich sei. Zudem beklagte er einen generellen Verfall der gesellschaftlichen Debattenkultur, insbesondere während der Amtszeit Angela Merkels.

Der Spiegel wertete das Interview als Bruch mit einer journalistischen Brandmauer. FDP-Vorstandsmitglied Susanne Seehofer hingegen unterstützte Hagen und argumentierte, politischer Diskurs dürfe sich nicht auf Echokammern beschränken.

Der Konflikt offenbart tiefe Gräben in der FDP über den Umgang mit rechtsextremen Medien. Hagens Interview stößt in der Partei auf sowohl scharfe Kritik als auch Zustimmung. Die Debatte spiegelt die anhaltenden Spannungen wider, wo in Deutschland die Grenzen des politischen Dialogs verlaufen.

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