Flughafen Frankfurt plant mehr Abflüge über Wiesbaden – Lärmproteste nehmen zu
Ronald KramerFlughafen Frankfurt plant mehr Abflüge über Wiesbaden – Lärmproteste nehmen zu
Der Flughafen Frankfurt hat einen überarbeiteten Betriebsplan vorgelegt, der die Zahl der Abflüge in nordwestlicher Richtung erhöhen soll. Diese Änderung könnte zu höheren Fluglärmbelastungen über Wiesbaden führen – und stößt bei lokalen Politikern und Lärmschutzexperten auf Kritik.
Ursprünglich waren nordwestliche Abflugrouten nur in Ausnahmefällen vorgesehen, mit einem Anteil von etwa 1,5 Prozent aller Flüge. Der neue Plan sieht jedoch vor, dass bis zu 25 Prozent der tagsüber und 20 Prozent der nachts startenden Maschinen diese Routen im Jahresdurchschnitt nutzen sollen.
Der Flughafen strebt an, bis 2033 deutlich mehr Starts und Landungen abzuwickeln. Besonders problematisch ist die geplante Ballung von Flügen zwischen 22 und 23 Uhr, wenn der Lärm besonders störend wirkt – zu einer Zeit, in der Anwohner besonders empfindlich auf Belästigungen reagieren. Die Lärmschutzkommission hat vor dieser Entwicklung gewarnt und fordert, nordwestliche Abflüge auf das absolute betriebliche Minimum zu beschränken, um die Belastung zu minimieren.
Wiesbadens Oberbürgermeisterin Christiane Hinninger übt scharfe Kritik am Vorhaben: Die Pläne würden zu deutlich mehr Fluglärm am Abend für die Einwohner führen. Als Gegenmaßnahme schlägt sie vor, Kurzstreckenflüge vermehrt auf die Schiene zu verlagern, um die Lärmproblematik einzudämmen.
Durch die geänderten Abflugrouten würde ein wachsender Anteil der Maschinen direkt über Wiesbaden fliegen. Sowohl die Lärmschutzkommission als auch lokale Vertreter protestieren gegen die Pläne und verweisen auf die zunehmende Belastung für die Anwohner. Im Mittelpunkt der Debatte steht die Frage, wie der Ausbau des Flughafens mit dem notwendigen Schutz vor Lärmbelastung in Einklang gebracht werden kann.






