13 March 2026, 20:27

Frankfurter Polizei setzt bei Großrazzia erstmals Gesichtserkennung ein

Eine Gruppe von Polizisten in Helmen und Handschuhen steht vor einem Glasgebäude, mit einem Pfahl links und Schildern im Hintergrund, die "Friedrichshain Kreuzberg" und Papiere an den Glaswänden zeigen.

Mehr als 400 Kontrollen im Bahnhofsviertel am Donnerstag - Frankfurter Polizei setzt bei Großrazzia erstmals Gesichtserkennung ein

Großrazzia im Frankfurter Bahnhofsviertel: Polizei setzt erstmals Gesichtserkennung ein

Am Donnerstagabend hat die Polizei im Frankfurter Bahnhofsviertel eine großangelegte Operation durchgeführt. Rund 200 Beamte gingen in bekannten Brennpunkten gegen Drogenhändler vor. Erstmals kam dabei in einem Live-Einsatz eine Gesichtserkennungstechnologie zum Test.

Die Aktion begann mit gezielten Kontrollen in Gebieten mit hoher Drogenkriminalität. Die Beamten durchsuchten Personen, beschlagnahmten Betäubungsmittel und zogen nicht verschreibungspflichtige Medikamente ein. Bis zum Abendende hatten sie 414 Menschen überprüft, 36 Strafanzeigen erstattet und einen Haftbefehl vollstreckt.

Hessens Ministerpräsident Boris Rhein (CDU) und Innenminister Roman Poseck (CDU) verfolgten die Razzia vor Ort. Rhein betonte im Anschluss die Notwendigkeit einer stärkeren Polizeipräsenz, schärferer Kontrollen und moderner Technologie, um die öffentliche Sicherheit zu erhöhen. Poseck bezeichnete den Einsatz als "klares Signal an Kriminelle" und unterstrich die Null-Toleranz-Politik gegenüber illegalen Machenschaften.

Besonders auffällig war der Einsatz einer Gesichtserkennung-App im Pilotbetrieb. Damit konnten Verdächtige in Echtzeit identifiziert werden – ein Novum in einem bundesweiten Polizeieinsatz. Zwar bleibt der Frankfurter Test vorerst ein Einzelfall, doch auch andere Bundesländer wie Sachsen, Bayern und Hamburg prüfen ähnliche Systeme, trotz anhaltender Debatten über Datenschutz und Rechtmäßigkeit.

Die Bilanz der Aktion: Dutzende Kontrollen, mehrere Anzeigen und eine Festnahme. Der Einsatz der Gesichtserkennung deutet auf einen Trend zu moderneren Polizeimethoden hin. Eine flächendeckende Einführung der Technologie steht jedoch bisher nicht in Aussicht.

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