Frankfurts mutige Antwort auf die Wohnungsnot: Genossenschaften als Hoffnungsträger
Ronald KramerFrankfurts mutige Antwort auf die Wohnungsnot: Genossenschaften als Hoffnungsträger
Frankfurt geht seine Wohnungsnot mit einer Welle innovativer Wohnprojekte an. Ab Sommer 2025 erhalten Einwohner:innen und Besucher:innen einen direkten Einblick, wie genossenschaftliche und gemeinschaftliche Modelle die städtische Zukunft der Stadt prägen könnten. Diese Initiativen zielen darauf ab, bezahlbaren, nachhaltigen und sozial inklusiven Wohnraum zu schaffen – in einem Markt, in dem herkömmliche Optionen für viele immer unerreichbarer werden.
Die Veranstaltung "Sommer der Wohnprojekte", die von Mai bis September stattfindet, öffnet die Türen zu mehreren wegweisenden Projekten. Dazu gehört "Kollektiv Leben", eine Genossenschaft, in der die Miete nicht nach festen Marktraten, sondern nach Einkommen und Vermögen berechnet wird. Ein weiteres Highlight ist "Gemeinsam Suffizient Leben", ein Mehrgenerationenhaus für 15 Erwachsene und 11 Kinder, das auf Nachhaltigkeit und starke Gemeinschaftsbindungen setzt.
Im Südwesten der Stadt bietet das Projekt "BeTrift" 51 teilweise geförderte Wohneinheiten, in denen verschiedene Generationen und Hintergründe unter einem Dach zusammenleben. Gleichzeitig entwickelt sich das "Hilgenfeld-Viertel" im Norden Frankfurts zu einem zentralen Wohnstandort, der bis 2027 bis zu 2.500 Menschen Platz bieten soll. Eines der Schlüsselprojekte dort, "GoN-ARTgenossen", trägt mit einem eigenen Genossenschaftsmodell zu diesem Ziel bei.
Trotz der Fortschritte gibt es bei der Ausweitung dieser Projekte noch Hürden. Seit 2023 wurden in Frankfurt keine neuen genossenschaftlichen Wohnkonzepte offiziell genehmigt. Entwickler:innen müssen strenge Vorschriften bewältigen, darunter hessische Bauvorschriften, städtische Planungsauflagen und Energieeffizienzstandards. Auch die Finanzierung bleibt eine Herausforderung – viele setzen auf KfW-Kredite oder Genossenschaftsbanken, um die Bezahlbarkeit zu gewährleisten.
Die neuen Wohnmodelle geben einen Ausblick darauf, wie Frankfurt den Mangel an bezahlbarem Wohnraum angehen könnte. Mit Vorreiterprojekten wie "Kollektiv Leben" und "BeTrift" testet die Stadt, ob gemeinschaftliches Wohnen eine dauerhafte Lösung sein kann. Doch ob sich diese Ansätze großflächig durchsetzen, hängt davon ab, ob in den kommenden Jahren regulatorische und finanzielle Hindernisse überwunden werden.






