12 June 2026, 18:13

Fußball-WM entfacht patriotische Gefühle – doch die Debatte bleibt

Lieber "Party-Patriotismus" als kein Patriotismus

Fußball-WM entfacht patriotische Gefühle – doch die Debatte bleibt

Alle vier Jahre entfacht die Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland eine Welle des Patriotismus. Schwarz-rot-goldene Flaggen tauchen im ganzen Land auf, und der nationale Stolz wird sichtbarer. Doch offene patriotische Bekundungen lösen bei der linksliberalen Elite oft Unbehagen aus.

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Die Spiele der deutschen Nationalmannschaft bei großen Turnieren ziehen landesweite Aufmerksamkeit auf sich. Selbst Gelegenheitszuschauer entwickeln in diesen Wochen ein wachsendes Interesse am Fußball. Ein persönliches Beispiel stammt aus einer Familie, in der der jüngste Sohn vor der WM 2006 das Auto mit Deutschlandfahnen schmückte – eine unerwartete Begeisterung.

Die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel mied oft Begriffe wie „Vaterland“ oder „deutsches Volk“. Stattdessen bevorzugte sie neutrale Formulierungen wie „die Bevölkerung“ oder „unser Land“. 2013, am Wahlabend, nahm sie einem Parteikollegen, Hermann Gröhe, sogar eine geschwenkte Deutschlandfahne ab.

Eine Arte-Dokumentation deutete später einen Zusammenhang zwischen der patriotischen Stimmung während der WM 2006 und dem Aufstieg von Bewegungen wie Pegida und der AfD an. Die Deutschen tun sich seit langem schwer damit, Nationalfeiertage offen zu begehen oder nationalen Stolz zu zeigen.

Die WM 2006 normalisierte für kurze Zeit öffentliche patriotische Äußerungen. Dennoch bleibt das Unbehagen gegenüber solchen Bekundungen ein prägendes Merkmal der deutschen Kultur. Die Verbindung zwischen Fußballbegeisterung und politischen Verschiebungen ist nach wie vor ein Diskussionspunkt.

Quelle