Fußballturnier in München ehrt Opfer des rechtsextremen Anschlags von 2016
Sigmund FreudenbergerFußballturnier in München ehrt Opfer des rechtsextremen Anschlags von 2016
Ein Fußballturnier in München ehrt die Opfer des rechtsextremen Anschlags von 2016
Am 6. Juni 2023 fand in München ein Fußballturnier statt, das an die Opfer des Terroranschlags vom 22. Juli 2016 erinnerte. Organisiert wurde die Veranstaltung von Hasan Leyla, dessen Sohn Can damals unter den zehn Getöteten war. Im Mittelpunkt stand nicht die Trauer, sondern das gemeinsame Gedenken. Der Kunstrasenplatz im Stadtteil Moosach wurde an diesem Tag zu einem Ort der Verbundenheit, an dem Spieler unterschiedlicher Herkunft zusammenkamen.
Der Anschlag, der zunächst als Amoklauf eingestuft worden war, gilt heute als rechtsterroristische Tat. Die Opfer – Armela Segashi, Can Leyla, Dijamant Zabërgja, Guiliano Kollmann, Hüseyin Dayıcık, Roberto Rafael, Sabine S., Selçuk Kılıç und Sevda Dağ – wurden durch den Sport gewürdigt, da viele von ihnen leidenschaftliche Fußballfans gewesen waren. Hasan Leyla, der die Initiative München erinnert leitet, möchte mit solchen Aktionen die kollektive Erinnerung an die Tragödie bewahren und neu gestalten.
Am Turnier nahmen Mannschaften aus Sportvereinen, Gewerkschaften und politischen Gruppen teil. Das Team OEZ erinnert, das stellvertretend für alle Opfer antrat, gewann den Wettbewerb. In einer symbolträchtigen Geste spielten sie ohne Torwart – eine Hommage an Guiliano Kollmann, der selbst als Torhüter aktiv gewesen war. Die Veranstaltung stand im Zeichen von Feierlichkeit und Anerkennung, nicht von Wut oder Verzweiflung.
Leyla wirbt nun für eine große Gedenkveranstaltung zum zehnten Jahrestag am 22. Juli 2026. Sein Engagement stellt sicher, dass das Andenken an die Opfer durch Solidarität und gemeinsames Erinnern lebendig bleibt.
Das Turnier bot Raum für Reflexion und Begegnung und verband die Menschen durch den Fußball. Indem sie im Gedenken an die Verstorbenen spielten, ehrten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Leben auf eine besondere Weise. Gleichzeitig legte die Veranstaltung den Grundstein für künftige Erinnerungsinitiativen, die die Geschichten der Opfer wachhalten.






