05 June 2026, 18:46

Halle (Saale) diskutiert Krisenfestigkeit: Wie gut ist der Bevölkerungsschutz vorbereitet?

Keine sicheren Räume, Blackout-Vorbereitung - Ist Halle auf die Krise vorbereitet? CDU-Diskussion zum 'Zivilschutz' am Dienstag im MMZ

Halle (Saale) diskutiert Krisenfestigkeit: Wie gut ist der Bevölkerungsschutz vorbereitet?

Große Dialogveranstaltung zum Bevölkerungsschutz findet nächste Woche in Halle (Saale) statt

Veranstaltet von der CDU-Landtagsfraktion Sachsen-Anhalt steht kommende Woche in Halle (Saale) eine zentrale Diskussionsrunde zum Thema Bevölkerungsschutz an. Im Mittelpunkt der Veranstaltung mit dem Titel „Perspektiven des Bevölkerungsschutzes: Wie gut ist die Gesellschaft vorbereitet?“ steht die Frage, wie krisenfest Gesellschaft, Kommunen und Land sind. Die Podiumsdiskussion findet am Dienstag, dem 2. Juni 2026, um 18:00 Uhr im Mitteldeutschen Multimediazentrum (MMZ) statt.

An der Diskussion beteiligen sich fünf Expertinnen und Experten: Dr. Tamara Zieschang, Kerstin Godenrath, Tobias Krull, Chris Schulenburg und Hendryk Stör. Sie werden die Widerstandsfähigkeit von Städten, Gemeinden und Landesbehörden in Krisensituationen analysieren.

Halle (Saale) setzt im Bevölkerungsschutz bereits auf verschiedene Maßnahmen: Die Stadt ist in das modulare Warnsystem des Bundes (MoWaS) eingebunden, sodass Bürgerinnen und Bürger über Cell Broadcast sowie Apps wie Katwarn gewarnt werden. Zudem wurden 17 Sirenenstandorte modernisiert; eine weitere Ausweitung des Netzes ist geplant.

Allerdings verfügt Halle über keine öffentlichen Schutzräume, wie sie das Zivilschutz- und Katastrophenhilfegesetz (ZSKG) vorsieht. Auch Wohnungsunternehmen wie die GWG Halle-Neustadt GmbH oder die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH unterhalten keine speziellen Schutzräume oder Notfallvorkehrungen für Mieter in Mehrfamilienhäusern. Dennoch arbeitet die Stadt eng mit dem Land Sachsen-Anhalt, Hilfsorganisationen und der Bundeswehr zusammen und testet die gemeinsame Einsatzbereitschaft in jährlichen Großübungen.

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Kritische Infrastrukturen wie der Energiestandort Dieselstraße unterliegen strengen Sicherheitsvorgaben und werden jährlich extern überprüft. Die Hallesche Wasser und Stadtwirtschaft (HWS) hat Vorsorge getroffen, um die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung auch bei einem mehrtägigen Stromausfall bis zu drei Tage aufrechterhalten zu können.

Die Veranstaltung wird sowohl Stärken als auch Schwächen der halleschen Schutzstrategie aufzeigen. Während Warnsysteme und Infrastrukturvorsorge gut etabliert sind, bleibt das Fehlen öffentlicher Schutzräume eine zentrale Herausforderung. Ziel der Diskussion ist es, die Krisenfestigkeit der Region für zukünftige Bedrohungen zu bewerten.

Quelle