Hanau gedenkt still der 39 deportierten Sinti vor 81 Jahren
Hanau gedenkt am 23. März mit stiller Gedenkfeier der 39 deportierten Sinti
Am 23. März findet in Hanau eine stille Gedenkveranstaltung statt, um der 39 Sinti zu gedenken, die 1943 aus der Stadt und der Umgebung in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert wurden. Vor 81 Jahren begann für sie eine Reise in den Tod, der die meisten nicht überlebten. Oberbürgermeister Claus Kaminsky betonte die Bedeutung, ihr Leid zu erinnern und sich heute gegen Diskriminierung zu stellen.
Am 23. März 1943 verschleppten die NS-Behörden 39 Sinti aus Hanau und den umliegenden Gebieten in das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz. Nur wenige überlebten die Grausamkeiten des Lagers, in dem Zehntausende Sinti und Roma systematisch ermordet wurden.
Die Gedenkfeier beginnt um 16:30 Uhr an der Gedenktafel vor dem Neustadt-Rathaus. Sie ist Teil der "Hanauer Wochen gegen Rassismus", einer Veranstaltungsreihe, die sich gegen Vorurteile einsetzt und Toleranz fördert.
Bis Anfang 1945 waren schätzungsweise 500.000 Sinti und Roma in ganz Europa von den Nationalsozialisten ermordet worden. Allein in Auschwitz-Birkenau starben etwa 15.000 von ihnen. Die genauen Opferzahlen bleiben unklar, da Aufzeichnungen aus Regionen wie der Sowjetunion, Polen und Südosteuropa unvollständig sind.
Während der Zeremonie werden Kränze niedergelegt und eine Schweigeminute abgehalten. Kaminsky rief die Bürgerinnen und Bürger auf, über die Vergangenheit nachzudenken und sich erneut gegen Rassismus in all seinen Formen zu engagieren.
Die Gedenkveranstaltung erinnert an die Verbrechen, die Sinti und Roma unter der NS-Herrschaft erlitten. Gleichzeitig unterstreicht sie die anhaltenden Bemühungen Hanaus, Diskriminierung entgegenzutreten und der Opfer zu gedenken. Im Rahmen der "Wochen gegen Rassismus" folgen in den kommenden Tagen weitere Veranstaltungen.