Hessen streicht massiv an Gesamtschulen – Proteste gegen Bildungs-Kürzungen wachsen
Philip BinnerKrise um Schulfinanzierung vor Kommunalwahlen - Hessen streicht massiv an Gesamtschulen – Proteste gegen Bildungs-Kürzungen wachsen
Im hessischen Landtag wurde eine Dringlichkeitssitzung zu den geplanten Kürzungen an Gesamtschulen einberufen. Die Grünen und die Freien Demokraten (FDP) hatten die Debatte vorangetrieben und argumentieren, dass die Einschnitte die Schülerinnen und Schüler benachteiligen würden. Rund 120 Integrierte Gesamtschulen (IGS) im Land müssen ab März 2026 mit erheblichen Personal- und Ressourcenverlusten rechnen.
Die hessische Landesregierung hatte die Haushaltskürzungen Anfang 2026 bekannt gegeben, wobei vor allem größere IGS-Standorte in Städten wie Frankfurt und Wiesbaden betroffen sind. Diese Schulen müssen mit Kürzungen von 10 bis 15 Prozent bei Personal und Mitteln rechnen, während kleinere ländliche Schulen und traditionelle Gymnasien weitgehend verschont bleiben.
Bildungsminister Armin Schwarz (CDU) verteidigte die Einschnitte als "vorübergehende Anpassungen" für das Schuljahr 2026/2027 und verwies auf eine insgesamt gestiegene Bildungsbudget. Kritiker hingegen warnen, dass besonders benachteiligte Schülerinnen und Schüler unter den Maßnahmen leiden würden.
Moritz Promny, bildungspolitischer Sprecher der FDP, betonte, dass Schüler mit besonderem Förderbedarf am stärksten betroffen seien. Daniel May von den Grünen nannte die Pläne eine "Bildungskatastrophe" und schätzte, dass in Hessen wöchentlich rund 10.000 Unterrichtsstunden wegfallen würden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierte die Landesregierung scharf, da sie die massiven Proteste gegen die Kürzungen ignoriere.
Die Kürzungen treten ab März 2026 in Kraft und gelten für ein Schuljahr. Besonders stark belastet werden die größeren städtischen Gesamtschulen, während andere Schulformen kaum betroffen sind. Die Regierung hält die Maßnahmen für notwendig, doch Opposition und Gewerkschaften leisten weiterhin Widerstand.