Insolvenzwelle rollt weiter: Unternehmen und Verbraucher in der Krise bis 2026
Ronald KramerInsolvenzwelle rollt weiter: Unternehmen und Verbraucher in der Krise bis 2026
Die Zahl der Insolvenzen in Deutschland steigt weiter an – sowohl Verbraucher als auch Unternehmen kämpfen mit wachsender finanzieller Belastung. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform warnt, dass dieser Aufwärtstrend voraussichtlich bis 2026 anhalten wird.
Im ersten Quartal 2026 stiegen die Unternehmenspleiten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent. Bis März 2026 hatte sich der Anstieg auf 15,8 Prozent im Jahresvergleich beschleunigt. Patrik-Ludwig Hantzsch, Chefvolkswirt von Creditreform, betonte, dass selbst gut aufgestellte Industrieunternehmen zunehmend vom Markt verdrängt werden.
Auch die Privatinsolvenzen nahmen zu: Im ersten Quartal 2026 stieg ihre Zahl im Vergleich zu 2023 um 6 Prozent, allein im März lag der Anstieg bei 18,9 Prozent. Gleichzeitig gingen die Forderungen der Gläubiger deutlich zurück – von 19,9 Milliarden Euro Anfang 2023 auf 9,3 Milliarden Euro im ersten Quartal 2026.
Besonders betroffen sind bestimmte Branchen. Der Verkehrs- und Logistiksektor verzeichnete mit 32,1 Insolvenzen pro 10.000 Unternehmen die höchste Quote. Auch im Gastgewerbe und im Baugewerbe lagen die Zahlen in diesem Zeitraum überdurchschnittlich hoch.
Creditreform prognostiziert, dass die Insolvenzwelle im gesamten Jahr 2026 anhalten wird. Unternehmen und Verbraucher stehen gleichermaßen unter Druck, da sich die finanziellen Rahmenbedingungen verschärfen. Die Daten zeigen eine breite wirtschaftliche Herausforderung, die mehrere Sektoren gleichzeitig trifft.






