K+S setzt auf Windstrom: Direktlieferung revolutioniert Düngemittelproduktion
Philip BinnerK+S setzt auf Windstrom: Direktlieferung revolutioniert Düngemittelproduktion
K+S schließt Direktliefervertrag für Ökostrom am Standort Werra ab
Der Düngemittel- und Chemiekonzern K+S hat einen direkten Versorgungsvertrag unterzeichnet, um sein Werk im Werra-Verbund mit erneuerbarer Energie zu betreiben. Zwei Windkraftanlagen im Besitz der MPC Capital werden den Standort ohne Nutzung des öffentlichen Stromnetzes beliefern. Die Vereinbarung ist ein Novum für die Branche, da es für solche Verträge bisher keine standardisierte Vorlage gibt.
Die beiden Anlagen nördlich von Philippsthal an der Grenze zwischen Hessen und Thüringen verfügen über eine gemeinsame Leistung von 11,4 Megawatt. Ab August werden sie das Werk direkt versorgen und bei Volllast etwa zehn Prozent des aktuellen Strombedarfs decken. Der Windstrom fließt in die Produktion von Düngemitteln und anderen Chemikalien ein und reduziert die CO₂-Emissionen im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren um bis zu 90 Prozent.
K+S investierte einen mittleren sechsstelligen Betrag in den Anschluss des Windparks; die technischen Arbeiten wurden innerhalb weniger Wochen abgeschlossen. Das Unternehmen bezieht den Strom nun direkt, sichert sich langfristig stabile Energiepreise und spart Netzentgelte. Dr. Jens Christian Keuthen, der im Vorstand für die Dekarbonisierung zuständig ist, betonte, dass dieser Schritt das Ziel des Konzerns unterstützt, bis 2045 klimaneutral zu werden.
Das Werk im Werra-Verbund stellt schrittweise von Erdgas auf Strom um. Das Projekt dient K+S zudem als Pilotvorhaben, um ein neues Modell für die Versorgung industrieller Standorte mit Erneuerbaren zu testen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern.
Die Partnerschaft mit MPC Capital ermöglicht es dem Werk, Windenergie direkt für die Produktion zu nutzen. Gleichzeitig setzt der Vertrag einen Präzedenzfall für die direkte Belieferung der Schwerindustrie mit Ökostrom. Die Initiative soll nicht nur die Emissionen senken, sondern auch die Energiekosten für K+S langfristig stabilisieren.
