Kinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht das Aus durch Finanzkrise
Cathleen HövelKinder- und Jugendarbeit in Hamburg droht das Aus durch Finanzkrise
Der Verband für Kinder- und Jugendarbeit (VKJH) steht vor der Schließung – Grund sind jahrelange Finanzierungsengpässe. Die Organisation, die 90 Festangestellte und 150 freie Mitarbeiter beschäftigt, konnte nie ausreichend Mittel für ihre Zentrale sichern. Ohne eine Lösung schwebt ihre Zukunft in Gefahr.
Aktuell fehlen dem VKJH die Mittel, um grundlegende Verwaltungskosten zu decken. Um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wären jährlich zusätzliche 120.000 Euro nötig – etwa für eine Geschäftsführung und eine administrative Stelle. Falls bis Ende Juni keine Finanzierung gesichert wird, erwägt der Verband, seine 17 Einrichtungen und 27 Projekte an die örtlichen Bezirke zu übertragen.
Unterdessen hat die Hamburger Schulbehörde angekündigt, die OHA!-Ombudsstelle für Kinder- und Jugendrechte des VKJH abzubauen. Die Stelle bearbeitet seit ihrer Gründung 2021 jährlich rund 300 Beratungsanfragen. Die Behörde plant, die Jugendombudsstelle mit einer neuen Position für Kitas zusammenzulegen, wofür ein neues Ausschreibungsverfahren nötig wäre.
Das Bundesnetzwerk Ombudschaft in der Jugendhilfe (BNO) hat Bedenken gegen die Neuausschreibung des Ombudsvertrags geäußert. Trotz der Anerkennung der finanziellen Notlage des VKJH hat die Schulbehörde bereits beschlossen, die Stelle neu auszuschreiben.
Das Überleben des VKJH hängt nun davon ab, in den kommenden Wochen zusätzliche Mittel zu beschaffen. Andernfalls müsste der Verband seine Einrichtungen und Projekte abgeben. Der Verlust der Ombudsstelle würde zudem einen Service gefährden, der seit 2021 jährlich Hunderten jungen Menschen Unterstützung bietet.






