Kunsthändler Subhash Kapoor wegen Antiken-Schmuggels in Indien verurteilt
Philip BinnerKunsthändler Subhash Kapoor wegen Antiken-Schmuggels in Indien verurteilt
Der Kunsthändler Subhash Kapoor wurde vergangene Woche in Indien verurteilt und zu einer Haftstrafe verurteilt – nach jahrelangen Ermittlungen. Ihm wurde vorgeworfen, eines der größten Antiken-Schmuggelnetzwerke der Geschichte betrieben zu haben, mit über 2.500 gestohlenen Artefakten im Wert von mehr als 143 Millionen US-Dollar. Seine Festnahme im Jahr 2011 markierte den Beginn eines langwierigen Rechtsstreits, der sich über mehrere Länder erstreckte.
Kapoor führte Art of the Past, eine angesehene Galerie in New Yorks Upper East Side. Jahrzehntelang stand er im Verdacht, aus Tempeln und archäologischen Stätten geraubte Kulturgüter geschmuggelt zu haben. Ein zentraler Vorwurf betraf den Diebstahl von Götterstatuen aus dem hinduistischen Varadharaja-Perumal-Tempel in Kanchipuram, wo ihm Einbruch und illegaler Export vorgeworfen wurden.
Seine Verhaftung erfolgte 2011 in Frankfurt am Main, bevor er nach Indien ausgeliefert wurde. Die Ermittlungen gegen ihn liefen bereits seit den frühen 2000er-Jahren und deckten ein weitverzweigtes Netzwerk gestohlener Güter auf. Der illegale Handel mit Antiken, der weltweit Milliarden wert ist, finanziert oft organisierte Kriminalität und befeuert Konflikte.
Die Plünderung von Kulturgut aus Kriegsgebieten gilt gemäß der Haager Konvention von 1954 als Kriegsverbrechen. Zwar wurde Kapoor nun in Indien verurteilt, doch in den USA laufen noch Verfahren gegen ihn, wo mit einem Auslieferungsersuchen gerechnet wird. Im November 2024 gab die USA zehn Artefakte zurück, die mit seinem Netzwerk in Verbindung stehen – der Verbleib der übrigen Objekte bleibt jedoch unklar.
Kapoors Verurteilung ist das Ergebnis eines langen juristischen Prozesses mit internationaler Zusammenarbeit. Der Fall zeigt das Ausmaß des illegalen Antikenhandels und die Schwierigkeiten bei der Rückführung gestohlener Kulturgüter. Viele der 2.500 Artefakte sind noch immer in rechtliche Auseinandersetzungen oder laufende Ermittlungen verwickelt.






