Langen erhöht Spielautomatensteuern – Kampf gegen Glücksspielsucht oder Einnahmequelle?
Philip BinnerLangen erhöht Spielautomatensteuern – Kampf gegen Glücksspielsucht oder Einnahmequelle?
Langen plant Steuern auf Spielautomaten zu erhöhen – Glücksspiel boomt
In Langen sollen die Steuern auf Spielautomaten steigen, nachdem die Nutzung in der Stadt stark zugenommen hat. Vor allem in Kneipen und Bars ist der Einsatz von Geldspielgeräten deutlich gestiegen, was die Einnahmen in die Höhe treibt. Die Stadtverwaltung will nun den Steuersatz anheben, um der wachsenden Spielsucht entgegenzuwirken.
Das Glücksspiel in Langen hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Bis 2022 verdoppelte sich der Bruttospielertrag aus Automaten in Gaststätten nahezu – von 731.000 Euro im Jahr 2019 auf 1,35 Millionen Euro. Auch Spielhallen erholten sich von den Pandemie-Folgen: Hier stiegen die Einnahmen auf fast 1,2 Millionen Euro und erreichten damit fast wieder das Niveau vor der Krise.
Die Zahl der Spielautomaten schwankte zunächst, bevor sie sich stabilisierte. Zwischen 2015 und 2019 stieg die Anzahl der Geräte in Langen um 25 Prozent, sank dann aber bis Ende 2019 auf 76. Stand September 2023 waren 38 Automaten in drei Spielhallen in Betrieb, während 40 weitere auf 20 Kneipen und Restaurants verteilt waren.
Aktuell liegt der Steuersatz bei 20 Prozent, doch die Stadt schlägt vor, ihn zum 1. Juli auf 22 Prozent zu erhöhen. Eine weitere Anhebung ist für 2026 geplant. Der Finanzausschuss wird den Vorschlag am 15. Februar beraten, die endgültige Abstimmung im Stadtrat findet am 29. Februar statt.
Stadtvertreter betonen, dass es mit der Steuererhöhung vor allem darum gehe, Spielsucht einzudämmen – und nicht, die Einnahmen zu steigern. Dennoch rechnet die Kommune für 2024 mit Mehreinnahmen von rund 25.000 Euro. Die jährlichen Steuereinnahmen könnten so von 400.000 Euro im Jahr 2023 auf etwa 450.000 Euro bis 2025 steigen.
Sollte der Beschluss fallen, tritt die Steuererhöhung im Juli in Kraft. Langen erwartet zwar höhere Einnahmen, setzt den Fokus aber auf die Bekämpfung von Glücksspielschäden. Die endgültige Entscheidung liegt beim Stadtrat Ende Februar.






