11 April 2026, 06:19

Merz' Rückkehrequote für Syrer löst parteiübergreifende Empörung aus

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Merz' Rückkehrequote für Syrer löst parteiübergreifende Empörung aus

Bundeskanzler Friedrich Merz' Äußerung, 80 Prozent der in Deutschland lebenden Syrer könnten in ihre Heimat zurückkehren, hat heftige Kritik ausgelöst. Sowohl aus der CDU als auch der SPD wird die Aussage als realitätsfremd und potenziell gefährlich bewertet. Im Mittelpunkt der Debatte stehen Sicherheitsrisiken sowie der wirtschaftliche Beitrag syrischer Geflüchteter in Schlüsselbranchen.

Auslöser der Kontroverse war Merz' Vorschlag einer hohen Rückkehrequote für syrische Schutzsuchende in Deutschland. Der CDU-Außenexperte Roderich Kiesewetter wies die Idee umgehend als "problematisch" und "unklug" zurück. Er warnte, solche Aussagen könnten rechtspopulistische Narrative befeuern.

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Kiesewetter argumentierte zudem, der Vorschlag sei wirtschaftlich kaum vertretbar. Viele Syrer arbeiteten mittlerweile in Bereichen, die unter Fachkräftemangel litten. Der SPD-Abgeordnete Hakan Demir unterstützte diese Einschätzung und betonte ihre unverzichtbare Rolle in Gesundheitswesen, Logistik und Gastronomie.

Unterdessen bezeichnete der SPD-außenpolitische Sprecher Ralf Stegner die genannte 80-Prozent-Marke als "völlig unrealistisch". Er verwies auf die anhaltende Instabilität in Syrien und beschrieb die Sicherheitslage dort als "labil". Die Kritik spiegelt breite Bedenken hinsichtlich der praktischen und politischen Folgen der Kanzleräußerungen wider.

Merz' Aussagen stoßen selbst in den Reihen der eigenen Partei und bei der SPD auf Widerstand. Abgeordnete warnen vor den Risiken, Integrationsbemühungen zu untergraben und die unsicheren Verhältnisse in Syrien zu ignorieren. Die Debatte offenbart die Spannungen in der Flüchtlingspolitik und deren wirtschaftliche Auswirkungen in Deutschland.

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