Migrationsforscher Knaus zerpflückt Deutschlands umstrittene Asylpolitik an Binnengrenzen
Cathleen HövelMigrationsforscher Knaus zerpflückt Deutschlands umstrittene Asylpolitik an Binnengrenzen
Migrationsforscher Gerald Knaus kritisiert Deutschlands Zurückweisungspraxis für Asylsuchende an den Binnengrenzen. Die vor einem Jahr eingeführte Vorgehensweise steht seit Langem in rechtlicher und ethischer Kritik. Knaus argumentiert, dass die Strategie gegen EU-Recht verstößt und keine nachhaltigen Ergebnisse bringt.
Die Maßnahme wurde im Mai 2025 unter Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) umgesetzt und zielt darauf ab, Asylbewerber nach Österreich, Polen und in die Schweiz zurückzuweisen. Ursprünglich hatte lediglich die rechtspopulistische AfD solche Schritte bereits 2015 gefordert.
Laut Knaus ist der Rückgang der Asylanträge vor allem auf die Entwicklungen in Syrien zurückzuführen – insbesondere auf den Sturz von Baschar al-Assad Ende 2024. Vor 2024 hatten Deutschland und Österreich 80 Prozent der in der EU geschützten Syrer aufgenommen. Nun verzeichnen beide Länder die stärksten Rückgänge bei Neuanträgen.
Knaus wirft der Regierung vor, die Chance verpasst zu haben, ein nachhaltiges und humanes System für die Bewältigung irregulärer Migration zu schaffen. Die aktuelle Praxis der Zurückweisungen sei weder langfristig wirksam noch rechtlich unbedenklich.
Seit 2024 sind die Asylanträge in Deutschland drastisch gesunken. Dennoch bleibt die Zurückweisungspolitik umstritten – Kritiker zweifeln an ihrer Rechtmäßigkeit und Wirkung. Knaus warnt, dass ohne umfassende Reformen die Migrationsherausforderungen der EU weiter bestehen werden.






