30 May 2026, 10:17

MINT-Absolventen aus dem Ausland: Warum Praktika und Deutschkenntnisse über die Jobchancen entscheiden

International grads three times more likely to find work in Germany

MINT-Absolventen aus dem Ausland: Warum Praktika und Deutschkenntnisse über die Jobchancen entscheiden

Deutschland bleibt für internationale Studierende ein Spitzenziel – besonders für diejenigen, die Naturwissenschaften, Technik, Ingenieurwesen oder Mathematik (MINT-Fächer) studieren. Mehr als die Hälfte der ausländischen Studierenden im Land konzentriert sich auf diese Disziplinen. Doch eine aktuelle Studie zeigt: Ihre Chancen auf einen Job nach dem Abschluss hängen maßgeblich von ihren Studien- und Berufswahlentscheidungen während des Aufenthalts in Deutschland ab.

Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung benennt die entscheidenden Faktoren, die die Beschäftigungsperspektiven dieser Absolventen verbessern – von Praktika bis hin zu Sprachkenntnissen. Dies kommt zu einer Zeit, in der Deutschland mit einem wachsenden Fachkräftemangel in qualifizierten Berufen kämpft.

Internationale Hochschulabsolventen haben dreimal bessere Aussichten auf eine Anstellung als Migranten, die direkt zur Arbeitsaufnahme nach Deutschland kommen. Dieser Vorteil fällt noch größer aus, wenn Studierende ihr Studium mit praktischer Erfahrung verbinden. Wer eine Abschlussarbeit in Kooperation mit einem Unternehmen schreibt oder einen fachnahen Nebenjob ausübt, steigert seine Jobchancen um 84 Prozent. Dagegen verringern nicht relevante Nebentätigkeiten die Beschäftigungswahrscheinlichkeit um etwa 28 Prozent.

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Auch die Sprache spielt eine zentrale Rolle: Gute Deutschkenntnisse erhöhen die Einstellungschancen deutlich – selbst wenn die Stelle später auf Englisch ausgeübt wird. Dennoch haben nur etwa 15 Prozent der internationalen Studierenden verpflichtende Deutschkurse in ihrem Studienplan verankert.

Der Zusammenhang zwischen Studiensituation und langfristigen Plänen ist offensichtlich: Internationale, die über den Hochschulweg nach Deutschland kommen, möchten 1,6-mal häufiger dauerhaft bleiben. Rund 26 Prozent derjenigen, die ursprünglich nur einen kurzen Aufenthalt planten, änderten ihre Meinung, nachdem sie in den Arbeitsmarkt eingetreten waren.

Diese Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Deutschland mit einem Mangel von 148.500 MINT-Fachkräften konfrontiert ist. Da in den nächsten zehn Jahren voraussichtlich weitere 1,85 Millionen Arbeitskräfte den Markt verlassen werden, wird die Abhängigkeit des Landes von qualifizierten internationalen Absolventen weiter zunehmen.

Die Studie unterstreicht, wie wichtig praktische Berufserfahrung und Sprachkompetenzen für internationale Studierende sind, die in Deutschland Fuß fassen wollen. Wer Praktika absolviert, unternehmensbezogene Forschung betreibt oder fachrelevante Minijobs annimmt, hat klar die besseren Karten auf dem Arbeitsmarkt. Angesichts des Fachkräftemangels in MINT-Berufen werden diese Absolventen auch künftig eine entscheidende Rolle bei der Besetzung kritischer Positionen spielen.

Quelle