27 April 2026, 00:27

Neues Buch zeigt unbekannte Facetten jüdischen Lebens in Deutschland

Ein detaillierter alter Stadtplan von Hohensberg, Deutschland, in einem aufgeschlagenen Buch gezeigt, mit Straßen, Gebäuden und Sehenswürdigkeiten sowie begleitendem Text.

Neues Buch zeigt unbekannte Facetten jüdischen Lebens in Deutschland

"Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland" – ein neues Buch, das den Blick auf jüdisches Leben im Land erweitert

Das kürzlich erschienene Werk Worüber Jüdinnen und Juden sprechen: Zehn Gespräche aus Deutschland wirft einen differenzierteren Blick auf das jüdische Leben in Deutschland. Die Autoren Joshua Schultheis und Mascha Malburg hinterfragen die eingeschränkte Wahrnehmung, die Jüdinnen und Juden hierzulande oft nur im Kontext der Holocaust-Gedenkkultur oder des Nahostkonflikts zeigt. Mit ihrem Buch möchten sie das Verständnis erweitern, indem sie authentische Gespräche aus der Community teilen.

Joshua Schultheis, politischer Redakteur bei der Jüdischen Allgemeinen, und Mascha Malburg, Forscherin mit Schwerpunkt Politische Wissenschaft und Soziologie, haben für dieses Projekt zusammengearbeitet. Malburgs akademische Arbeit umfasst unter anderem Hannah Arendts Revolutionstheorie, während Schultheis mit seinem journalistischen Blick jüdische Perspektiven einbringt. Gemeinsam führten sie Gespräche mit acht Jüdinnen und Juden, die unterschiedliche Hintergründe und Erfahrungen in Deutschland repräsentieren.

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Der im Hentrich & Hentrich Verlag erschienene Band löst sich von den gängigen Erzählmustern, die jüdische Sichtbarkeit in Deutschland meist auf historische Trauma- oder geopolitische Konfliktnarrative reduzieren. Dinah Riese, Leiterin des Inlandsressorts der Jüdischen Allgemeinen, moderierte eine Diskussion zu den zentralen Themen des Buches. Die Autoren argumentieren, dass die öffentliche Wahrnehmung jüdischer Identität häufig auf Momente historischer Gewalt oder politischer Spannungen verengt wird.

Indem das Buch persönliche Erzählungen in den Mittelpunkt stellt, offenbart es eine weitaus komplexere Realität. Die Gespräche behandeln Alltagserfahrungen, kulturelle Identität und die Herausforderungen, in der heutigen deutschen Gesellschaft dazuzugehören. Schultheis und Malburg betonen, dass das Zuhören dieser Stimmen entscheidend ist, um jüdische Selbstwahrnehmung und Anliegen zu verstehen.

Die Publikation bietet eine seltene Plattform für die vielfältigen Erfahrungen von Jüdinnen und Juden in Deutschland. Sie lenkt den Fokus weg vom üblichen Medieninteresse an Erinnerungskultur oder Konflikten und lädt stattdessen dazu ein, die Community durch ihre eigenen Worte und Perspektiven kennenzulernen.

Quelle