26 June 2026, 08:14

Neuköllns SPD-Streit: Bildungsstadträtin Wolter wegen Instagram-Like gerügt

Hikel äußert Missbilligung über SPD-Kreisdirektor

Neuköllns SPD-Streit: Bildungsstadträtin Wolter wegen Instagram-Like gerügt

Über die Bezirksverordnetenversammlung in Neukölln wurde am Mittwochabend eine förmliche Rüge gegen die dortige Bildungsstadträtin Janine Wolter (SPD) beraten. Kritikpunkt war ihre Aktivität auf Instagram, über die zuvor bereits der Tagesspiegel-Newsletter Checkpoint berichtet hatte.

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) verhängte die Rüge, nachdem Wolter im vergangenen Herbst einen Beitrag zum Nahostkonflikt gelikt oder geteilt hatte. Er warf ihr vor, nicht die nötige Zurückhaltung und Neutralität bewahrt zu haben, die von einer Stadträtin erwartet werde. Wolter räumte später ein, im Oktober 2025 einen einzelnen Beitrag gelikt oder in einer nach 24 Stunden verschwundenen Story geteilt zu haben.

Als Reaktion erklärte Wolter, künftig keine Inhalte mehr des politischen Influencers zu verbreiten, der für den umstrittenen Beitrag verantwortlich war. Der Streit eskaliert zu einem Zeitpunkt, an dem Hikel im November bekanntgegeben hatte, wegen mangelnder Rückendeckung in seiner Partei nicht mehr für eine Wiederwahl kandidieren zu wollen. Wolter, die dem SPD-Kreisverband Neukölln angehört, war von diesem als seine mögliche Nachfolgerin vorgeschlagen und später auf einem Parteitag bestätigt worden.

Die Rüge unterstreicht die Spannungen innerhalb der lokalen SPD um Wolters Kandidatur. Sie bleibt weiterhin Anwärterin auf Hikels Nachfolge als Bezirksbürgermeister. Die Versammlung behandelte den Vorfall, änderte jedoch nichts an ihrer Nominierung.

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