14 March 2026, 08:19

Norbert Himmler bleibt trotz Kritik und Skandale ZDF-Intendant

Eine gelbliche, leicht zerknitterte Zeitung mit der schwarzen Schrift "Diskussion" darauf, mit der Schlagzeile "Semanario Repúblicano Democrático Federal".

Norbert Himmler bleibt trotz Kritik und Skandale ZDF-Intendant

Norbert Himmler bleibt nach der Bestätigung seiner Wiederwahl durch den Rundfunkrat am Freitag Intendant des ZDF. Die Entscheidung fällt trotz anhaltender Kritik an der sinkenden Relevanz des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder. Im Auswahlverfahren hatte Himmler keine ernsthafte Konkurrenz.

Himmler begann seine lange Karriere beim ZDF 1998 als Volontär, nachdem er zuvor bereits als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter tätig gewesen war. Im Laufe der Jahre stieg er auf, arbeitete als Assistent des Chefredakteurs, Leiter der Programmplanung und übernahm später die Leitung der Fiction-Abteilung sowie von ZDFneo. Der 1971 in Mainz geborene Himmler studierte Politikwissenschaft und Germanistik, bevor er sein Berufsleben dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk widmete.

2014 sorgte er als Programmdirektor für Schlagzeilen, als er die einst beliebte Primetime-Sendung Wetten, dass..? einstellte. Sieben Jahre später holte er das Format zurück – doch die Quoten brachen ein. Der Neustart 2021 erreichte noch 5,2 Millionen Zuschauer, doch spätere Staffeln kamen kaum noch auf 3 Millionen und verfehlten damit die Erwartungen des ZDF. 2024 lagen die Einschaltquoten bei durchschnittlich 2,5 Millionen – weit entfernt vom Höchstwert von 8 Millionen oder dem Niveau anderer ZDF-Dauerbrenner wie der heute-show (3–4 Millionen) oder des Traumschiffs (4–6 Millionen). Die Konkurrenz durch Streaming-Dienste hat die Attraktivität der Sendung zusätzlich geschwächt.

Mit Himmlers Wiederwahl setzt das ZDF auf Kontinuität in der Programmstrategie. Sein Jahresgehalt als Intendant beträgt 372.000 Euro. Kritiker werfen ihm vor, der Sender habe unter seiner Führung versäumt, sich zu modernisieren, und setze stattdessen auf bewährte Formate, ohne sich an veränderte Sehgewohnheiten anzupassen.

Die Entscheidung des Rundfunkrats zementiert Himmlers Führung für eine weitere Amtszeit. Da keine größeren programmatischen Änderungen zu erwarten sind, wird das ZDF voraussichtlich seinen bisherigen Kurs beibehalten. Der Schritt folgt auf eine Phase rückläufiger Zuschauerzahlen bei zentralen Formaten und zunehmender öffentlicher Kritik an den Programmentscheidungen des Senders.

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