07 June 2026, 04:15

NRW-Wohnungsbau bricht ein – doch Mönchengladbach zeigt, wie es besser geht

Bau von Wohnungen in NRW sinkt    Moenchengladbach baut mehr Wohnungen

NRW-Wohnungsbau bricht ein – doch Mönchengladbach zeigt, wie es besser geht

Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen auf 14-Jahres-Tief – nur noch 37.185 Wohnungen 2025 fertiggestellt

Der Wohnungsbau in Nordrhein-Westfalen ist 2025 auf den niedrigsten Stand seit 14 Jahren gesunken: Nur 37.185 Wohnungen wurden fertiggestellt – ein Rückgang um 9,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt die Bauquote bei lediglich 19,8 Wohnungen pro 10.000 Einwohner. Eine Ausnahme bildet Mönchengladbach: Die Stadt verzeichnete allein im vergangenen Jahr einen bemerkenswerten Anstieg um 188 Prozent bei den Neubauten.

In ganz Nordrhein-Westfalen sieht sich die Baubranche wachsenden Herausforderungen gegenüber. Seit 2020 sind die Baugenehmigungen um 27,4 Prozent eingebrochen, während die gestiegenen Zinsen für Baukredite – aktuell zwischen drei und vier Prozent – die Finanzierung deutlich teurer machen als noch 2022. Diese Faktoren haben zu den niedrigsten Bauzahlen seit 2011 geführt.

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Mönchengladbach als positiver Gegenentwurf Ganz anders die Entwicklung in Mönchengladbach: Die Stadt vollendete 2025 insgesamt 758 Wohnungen und belegt damit Platz drei unter den kreisfreien Städten – mit einer Bauquote von 28,4 Wohnungen pro 10.000 Einwohner, was 43 Prozent über dem Landesdurchschnitt liegt. Oberbürgermeister Felix Heinrichs führt diesen Erfolg auf jahrelange konsequente Stadtplanung und gezielte Investitionen zurück.

Kernstück der Strategie ist die 2023 gestartete Initiative „Wohnen für alle“, die sich auf bezahlbaren Wohnraum, barrierefreies Wohnen und die Aufwertung innerstädtischer Viertel konzentriert. Durch den Einsatz von rund 43 Millionen Euro Eigenkapital hat die Stadt bis zu fünfmal höhere zusätzliche Fördermittel und Kredite mobilisiert. Diese Herangehensweise hat den Etat für den sozialen Wohnungsbau revolutioniert: 2024 wurden 274 Prozent der ursprünglich veranschlagten Mittel genutzt – 2021 waren es gerade einmal fünf Prozent.

Eine zentrale Rolle spielt dabei die städtische Wohnungsbaugesellschaft WohnBau Mönchengladbach, die etwa 4.500 Wohnungen zu unter Marktpreis anbietet und weiterhin neue Bauprojekte vorantreibt.

Ein Modell mit Vorbildcharakter? Mönchengladbachs Bauboom hebt sich deutlich vom landesweiten Rückgang ab. Durch gezielte Maßnahmen und finanzielle Weichenstellungen hat die Stadt messbare Erfolge erzielt – von der stark gestiegenen Ausgaben für sozialen Wohnungsbau bis hin zu einer Bauquote, die den Landesdurchschnitt deutlich übertrifft. Angesichts der weiterhin hohen Kreditzinsen könnte das Mönchengladbacher Modell anderen Kommunen in der Krise als Leitfaden dienen.

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