Offenbachs Cannabis-Streit: Grünen werfen CDU emotionale Manipulation vor
Sigmund FreudenbergerOffenbachs Cannabis-Streit: Grünen werfen CDU emotionale Manipulation vor
In Offenbach ist ein politischer Streit um das geplante Cannabis-Modellprojekt entbrannt. Die Sprecher von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Fanny Sackis und Elmar Werner, haben die Haltung der CDU in der Sache scharf kritisiert. Ihrer Ansicht nach stützen sich die Argumente der konservativen Partei auf emotionale Manipulation statt auf Fakten.
Im Mittelpunkt des Konflikts steht das regionale Pilotprogramm für den legalen Verkauf von Cannabis, ein zentraler Baustein der bundesweiten Legalisierungspläne der Regierung. Noch bevor die nationale Initiative bekannt gegeben wurde, hatte der Offenbacher Stadtrat bereits beschlossen, sich als Modellregion zu bewerben. Bürgermeisterin und Gesundheitsdezernentin Sabine Groß unterstützt diesen Schritt und steht damit hinter der Entscheidung des Rates.
Die Grünen befürworten eine kontrollierte Abgabe als besten Weg, um Jugendliche und Verbraucher zu schützen. Die CDU lehnt das Projekt hingegen ab und behauptet, es gefährde die Jugend – obwohl sie sich gleichzeitig für ein vollständiges Verbot einsetzt. Sackis und Werner wiesen die Warnungen der CDU vor cannabisversetzten Süßigkeiten als übertrieben und irreführend zurück. Zudem fragten sie, woher die Partei solch detaillierte Kenntnisse über den Konsum von Cannabis und Süßwaren habe.
Die Grünen warfen der CDU darüber hinaus vor, die demokratische Debatte zu untergraben, indem sie eine sachliche Diskussion vermeide. Stattdessen setze die Union auf Angstmache und verzerrte Vergleiche, etwa indem sie Cannabis mit Gummibärchen in Verbindung bringe. Die Sprecher betonten zudem die gemeinsame Bewerbung Offenbachs mit Frankfurt als Modellregion für das Pilotvorhaben.
Das Modellprojekt bleibt in Offenbach ein umstrittenes Thema. Während die Grünen auf eine faktenbasierte Regulierung drängen, wird der Widerstand der CDU, der sich am Jugendschutz orientiert, als widersprüchlich und sachlich fehlerhaft kritisiert. Der Antrag der Stadt als Modellregion geht nun voran – mit Rückendeckung durch die Bürgermeisterin und den früheren Ratsbeschluss.






