Offenbachs Gastronomie am Limit: Fachkräftemangel und unbezahlte Überstunden gefährden die Branche
Cathleen HövelOffenbachs Gastronomie am Limit: Fachkräftemangel und unbezahlte Überstunden gefährden die Branche
Gastronomie in Offenbach leidet unter massivem Fachkräftemangel – Gewerkschaft schlägt Alarm
Die Gastronomiebranche in Offenbach kämpft mit einem dramatischen Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Die zunehmende Abhängigkeit von Minijobs und unbezahlten Überstunden verschärft die Lage weiter. Die Gewerkschaft NGG Rhein-Main warnt nun vor den langfristigen Folgen für die Zukunftsfähigkeit des Sektors.
Allein im vergangenen Jahr leisteten Beschäftigte in Offenbachs Gastronomie rund 1,38 Millionen zusätzliche Arbeitsstunden – davon blieben etwa 885.000 unbezahlt. Selbst 2023 wurden noch 23.000 Überstunden registriert, wovon 9.000 nicht vergütet wurden. Die NGG beziffert den Wert dieser unbezahlten Arbeit auf mindestens 12,74 Millionen Euro, berechnet nach Mindestlohn.
Die Gewerkschaft macht deutlich: Betrieben könne es nicht länger gestattet sein, sich auf unbezahlte Mehrarbeit zu stützen. Aktuell arbeiten 38 Prozent der Gastronomie-Beschäftigten in Offenbach in Minijobs – oft mit niedrigen Löhnen und unsicheren Arbeitszeiten. Um die Krise zu bewältigen, fordert die NGG faire Löhne und schlägt ein monatliches Gehalt von 3.000 Euro für ausgebildete Köche und Fachkräfte vor.
Im November wird sich die Bundeskonferenz der NGG intensiv mit diesen Problemen befassen. Bundeskanzler Olaf Scholz hat seine Teilnahme zugesagt – ein Zeichen für die Dringlichkeit des Fachkräftemangels und der Lohnungleichheit in der Branche.
Mit ihren Vorschlägen will die NGG den Offenbacher Gastronomiesektor stabilisieren, indem sie höhere Löhne durchsetzt und die Abhängigkeit von unbezahlter Arbeit verringert. Ohne Kurskorrektur drohe eine weitere Verschärfung der Personalkrise, warnt die Gewerkschaft. Die anstehende Konferenz wird den Druck auf Arbeitgeber und Politiker erhöhen, endlich zu handeln.






