Palforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker:innen?
Philip BinnerPalforzia wird vom Markt genommen – was bedeutet das für Erdnussallergiker:innen?
Palforzia, das erste zugelassene Medikament zur Erdnussallergie-Desensibilisierung, wird vom Markt genommen. Der Hersteller Stallergenes Greer wird das Arzneimittel bis zum 31. Juli 2023 auslaufen lassen. Um einen sicheren Übergang für Patient:innen zu gewährleisten, haben die zuständigen Behörden jedoch Übergangsregelungen festgelegt.
Die Entscheidung zum Rückzug von Palforzia folgt einer Bewertung des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2022. Das Institut hatte die Wirksamkeit des Medikaments infrage gestellt, woraufhin der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zu dem Schluss kam, dass es gegenüber der Standardüberwachung keinen nachgewiesenen Vorteil biete.
Patient:innen, die derzeit Palforzia einnehmen, können die Behandlung noch für eine begrenzte Zeit in den verschiedenen Phasen fortsetzen. Das Starterset für die anfängliche Dosissteigerung bleibt bis zum 31. März 2026 verfügbar. Die Dosissteigerungsphasen (1 bis 11) können bis Ende 2026 genutzt werden, während die Erhaltungsdosis von 300 mg noch bis März 2027 erhältlich sein wird.
Stallergenes Greer betont, dass der Rückzug nicht mit Bedenken hinsichtlich Sicherheit, Qualität oder Wirksamkeit zusammenhängt. Das Unternehmen werde alle regulatorischen Auflagen erfüllen und die Patient:innen während der Übergangsphase unterstützen. Die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA), das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und der Deutsche Allergie- und Asthmabund (DAAB) haben den schrittweisen Rückzug koordiniert, um Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten.
Die Einstellung bedeutet, dass keine neuen Patient:innen nach dem 31. Juli 2023 mit Palforzia beginnen können. Bestehende Anwender:innen werden das Medikament schrittweise absetzen, sobald die Bestände der jeweiligen Behandlungsphase aufgebraucht sind. Behörden und Hersteller werden den Prozess begleiten, um die Patientensicherheit während der Auslaufphase zu gewährleisten.






