Preisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten bedeutet
Cathleen HövelPreisdeckel für Medikamente bleibt bis 2026 – was das für Patienten bedeutet
Deutschland wird die Preisdeckelung für verschreibungspflichtige Medikamente, die von der gesetzlichen Krankenversicherung erstattet werden, um ein weiteres Jahr verlängern. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) kündigte an, die kostendämpfenden Maßnahmen bis 2026 fortzuführen. Nach Angaben der Behörde trage die Entscheidung dazu bei, die Beitragssätze der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) zu stabilisieren.
Die aktuellen Regelungen, die im Rahmen des Arzneimittel-Lieferengpassvermeidungs- und -verbesserungsgesetzes (ALVVG) festgelegt wurden, umfassen eine Preisobergrenze sowie verpflichtende Rabatte für Hersteller. Allein im Jahr 2024 sparte das GKV-System dadurch 2,19 Milliarden Euro ein. Ohne diese Maßnahmen könnte der durchschnittliche Zusatzbeitragssatz bis 2026 auf 2,9 Prozent steigen.
Das Gesetz sieht jedoch auch Spielräume vor: Bei neu zugelassenen Arzneimitteln ohne therapeutische Alternativen können die Preise neu verhandelt werden. Pharmaunternehmen, die unter übermäßiger finanzieller Belastung leiden, können zudem Befreiungen von den gesetzlichen Rabattpflichten beantragen. Zudem wurde die Preisdeckelung für Immunglobuline gelockert, um Versorgungsengpässe zu vermeiden.
Um die Auswirkungen auf die Hersteller abzufedern, sieht ein Inflationsausgleichsmechanismus Entlastungen in Höhe von 170 Millionen Euro für 2025 und voraussichtlich 79 Millionen Euro für 2026 vor. Gleichzeitig dürfen die Basspreise für Kinderarzneimittel und versorgungskritische Medikamente im Rahmen des Gesetzes um bis zu 50 Prozent steigen.
Mit der Entscheidung des BMG bleibt die Kostenkontrolle bei verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland gewährleistet. Das Ministerium will so starke Anstiege der Krankenkassenbeiträge verhindern. Die Anpassungen zielen darauf ab, die Bezahlbarkeit für Patientinnen und Patienten mit finanziellen Entlastungen für die Pharmaunternehmen in Einklang zu bringen.






