Prien plant strengere Entwicklungschecks und weniger Bildschirmzeit für Kita-Kinder
Sigmund FreudenbergerPrien plant strengere Entwicklungschecks und weniger Bildschirmzeit für Kita-Kinder
Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) hat neue Pläne vorgestellt, um bildungspolitische Herausforderungen in der frühen Kindheit anzugehen. Im Mittelpunkt stehen strengere Entwicklungschecks, weniger Bildschirmzeit und eine bessere Förderung von Kindern mit besonderem Förderbedarf noch vor der Einschulung.
Die Maßnahmen kommen zu einer Zeit, in der Deutschland in der IQB-Bildungstrendstudie sinkende Leistungen verzeichnet – viele Schülerinnen und Schüler haben am Ende der Grundschule Schwierigkeiten mit grundlegenden Fähigkeiten. Prien plant verbindliche Sprach- und Entwicklungstests für Kinder um den vierten Geburtstag. Diese Überprüfungen sollen Teil des Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes werden. Ziel ist es, Defizite früh zu erkennen und gezielt zu fördern, bevor die Schulzeit beginnt.
Besonderen Wert legt die Ministerin auf die Stärkung der Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Durch regelmäßige Lernstandserhebungen soll sichergestellt werden, dass Kinder die Grundschule mit soliden Grundkenntnissen verlassen.
Bei der Bildschirmzeit setzt Prien auf strengere Regeln: Kinder unter drei Jahren sollten ihrer Ansicht nach vollständig auf digitale Geräte verzichten. Für ältere Kinder schlägt sie gesetzliche Nutzungsgrenzen vor und argumentiert, dass Eltern oft unterschätzen, wie stark ihr eigenes Medienverhalten die Entwicklung ihrer Kinder prägt.
Obwohl Prien mit den Ländern an höheren Bildungsstandards arbeitet, lehnt sie eine bundesweite Einmischung in die Kita-Politik ab. Die Länder sollten ihrer Meinung nach weiterhin selbst entscheiden, wie sie verbindliche Frühfördermaßnahmen umsetzen.
Zu den Plänen der Ministerin gehören frühzeitige Entwicklungschecks, eine reduzierte Bildschirmzeit und eine intensivere Unterstützung für benachteiligte Kinder. Falls umgesetzt, könnten diese Schritte die frühe Kindheitsbildung in Deutschland grundlegend verändern.
Die Vorschläge folgen auf Besorgnis erregende Trends: Studien zeigen, dass viele Kinder mit zehn Jahren noch immer über unzureichende Lese- und Rechenfähigkeiten verfügen.






