Raser-Lkw mit 128 km/h gestoppt – und ignoriert Weiterfahrverbot der Polizei
Sigmund FreudenbergerRaser-Lkw mit 128 km/h gestoppt – und ignoriert Weiterfahrverbot der Polizei
Ein spanischer Lkw-Fahrer ist auf deutschen Autobahnen mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt worden – und hat dabei gleich mehrere Verkehrsverstöße begangen. Der Vorfall begann, als die Polizei den Sattelzug auf der A4 wegen rasanter Fahrweise anhielt.
Bei weiteren Kontrollen stellten die Behörden zusätzliche Verstöße fest, darunter technische Mängel und fehlende Papiere. Der Lastwagen war zunächst von der Autobahnpolizei in Bad Hersfeld gestoppt worden, nachdem Beamte eine Geschwindigkeit von 128 km/h (80 mph) gemessen hatten. Überprüfungen ergaben Unregelmäßigkeiten bei den vorgeschriebenen Ruhezeiten des Fahrers. Eine genauere Inspektion förderte zudem eine defekte Bremsscheibe am Anhänger zutage, wodurch das Fahrzeug nicht mehr verkehrssicher war.
Die Polizei beschlagnahmte die Frachtpapiere und die Transportlizenz und erteilte ein Weiterfahrverbot. Dennoch ignorierte der Fahrer die Anordnung und setzte seine Fahrt ohne die erforderlichen Unterlagen fort.
In Lübbenau (Brandenburg) wurde der Lkw ein zweites Mal angehalten. Die Beamten verlangten eine vierstellige Kaution, bevor sie eine Weiterfahrt gestatteten. Erst nach der Behebung aller technischen Mängel und einer erfolgreichen Verkehrssicherheitsprüfung durfte der Fahrer seine Reise fortsetzen.
Nach deutschem Verkehrsrecht drohen dem Fahrer nun schwerwiegende Konsequenzen. Dazu gehören die sofortige Stilllegung des Fahrzeugs, Bußgelder für das Fahren ohne gültige Lizenz sowie Strafen wegen der Nutzung eines nicht verkehrssicheren Lkw. Mögliche Sanktionen reichen von Geldstrafen – die EU-weit vollstreckbar sind – über Punkte im Fahreignungsregister in Flensburg bis hin zu Fahrverboten oder sogar strafrechtlichen Ermittlungen. Auch das beschäftigende Transportunternehmen könnte als Halter des Fahrzeugs zur Verantwortung gezogen werden.
Raserei zählt nach wie vor zu den häufigsten und gefährlichsten Ursachen für Verkehrsunfälle. Überhöhte Geschwindigkeit verlängert den Bremsweg und verschlimmert die Folgen von Kollisionen – mit Risiken für alle Verkehrsteilnehmer. Der Fall unterstreicht die konsequente Durchsetzung der Verkehrsregeln auf deutschen Autobahnen. Die Behörden gingen sowohl gegen den Fahrer als auch gegen die Spedition wegen wiederholter Verstöße vor. Der Lkw wurde erst nach Erfüllung aller rechtlichen und sicherheitstechnischen Auflagen wieder freigegeben.






