10 April 2026, 20:17

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen erreichen 2025 traurigen Höhepunkt

Eine große Gruppe von Menschen mit Fahnen und Schildern vor einem Gebäude während einer LGBTQ+-Rechtsdemo in Berlin, mit einem Kran und Gebäuden im Hintergrund.

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen erreichen 2025 traurigen Höhepunkt

Rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Gruppen nehmen 2025 drastisch zu

Im Jahr 2025 häufen sich rechtsextreme Angriffe auf zivilgesellschaftliche Initiativen in Deutschland: Insgesamt wurden 112 Vorfälle registriert. Wie die Amadeu Antonio Stiftung berichtet, gab es im Schnitt alle drei Tage einen Angriff – oft gegen Organisationen, die sich für Demokratie und Minderheitenrechte einsetzen. Besonders betroffen ist Ostdeutschland, wo Bedrohungen gegen Aktivist:innen zunehmend zur Normalität werden.

Kurz vor den Christopher Street Day-Feierlichkeiten in Cottbus wurde das Rainbow Center bei einem Brandanschlag beschädigt. In Hannover verübten Unbekannte einen Angriff mit Buttersäure auf ein autonomes Jugendzentrum – eine übelriechende Substanz, die häufig bei rechtsextremen Schmierereien verwendet wird. Unterdessen erhielt Bastian Drumm, ein Sozialarbeiter aus Kusel (Rheinland-Pfalz), Hassbriefe, Todesdrohungen und extremistische Aufkleber an seinem Gemeinschaftszentrum.

Expert:innen warnen, dass rechtsextreme Gruppen systematisch vorgehen: Die AfD markiert Ziele, während radikalere Akteure zu körperlicher Gewalt übergehen. In Riesa forderte der lokale AfD-Verband, dass Jugendliche, die Angebote in Jugendzentren nutzen, sich mit Namen und Adresse registrieren müssen. Diese Forderung löste Befürchtungen aus, es könnte zu Überwachung und Einschüchterung der Teilnehmenden kommen.

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Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) kündigte eine Neuausrichtung des Programms "Demokratie leben!" an, einer zentralen Förderquelle für Antiextremismus-Projekte. Dadurch gerieten rund 200 Initiativen in Unsicherheit über ihre Zukunft. Drumm kritisierte den Kurs der Regierung: Demokratieverteidiger:innen dürften nicht pauschal als "linksextrem" abgestempelt werden. Gleichzeitig forderte er konservative Bürger:innen und CDU-Mitglieder auf, sich deutlicher gegen rechtsextreme Umtriebe zu positionieren.

Die Zunahme der Angriffe setzt zivilgesellschaftliche Gruppen zunehmend unter Druck – besonders in Ostdeutschland. Zwischen unsicheren Fördergeldern und eskalierenden Bedrohungen sehen sich viele Organisationen mit finanziellen Sorgen und konkreten Gefahren konfrontiert. Behörden und Aktivist:innen beobachten die Lage weiter mit Sorge, während die Spannungen anhalten.

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